Persönliches

Älter werden

Im Februar ist mein Geburtstag. Normalerweise bin ich kein Fan und verkrieche mich an diesen Tagen im Bett. Aber ich habe eine Erkenntnis gewonnen und die würde ich gerne teilen. 

Für mich bedeutet 42 Jahre alt zu sein, mindestens die Hälfte meines Lebens geschafft zu haben. Da kommen unweigerlich Fragen auf wie: Habe ich genug getan, um es bis hierher auszukosten? Bin ich ausreichend oft in der Kneipe unterm Tisch gewesen? Habe ich genügend Spaß gehabt? Bin ich genug gereist? 

Ich will Euch was sagen: auf manche Fragen kann ich mit „Ja“ antworten, auf manche mit „Nein“. Vieles in meinem Leben ist komplett anders verlaufen, als ich es mir vorgestellt hatte. Aber eines ist ganz klar: es ist toll, wie es ist

Heute hatte ich ein schönes Gespräch mit einer weisen Frau (Hallo, Laura!), in welchem Verlauf ich sagte, dass ich meine Einstellung zu mir selbst meinem Alter zu verdanken habe. Diese weise Frau entgegnete, dass das eher meiner Arbeit an mir selbst geschuldet sei und ich muss ihr unbedingt recht geben. Ich bin heute, mit 42, ein viel coolerer Mensch als noch vor 10 Jahren.

Foto: Josephine Neubert

Wie stehst Du zu Deinem Alter? Bist Du fein damit oder macht Dir das Angst? Schreib mir gern Deine Gedanken dazu, wir können viel voneinander lernen.

Ich habe immer mit meinem Aussehen gestrugglet. Früher war ich spindeldürr, mit Mitte 20 wog ich 45 Kilo. Als ich Anfang 30 war, nahm ich zu und bekam Akne. Geil. Ich habe mich nie besonders schön gefühlt. Heute tue ich das, mit allem, was dazu gehört: meinen Pickeln, meinen grauen Haaren, dem dicken Bauch und dem Hallux.

Antje Thoms, Beautyexpertin

Ich war schon immer eine super-ungeduldige Person, wenn jemand z.B trödelt, bin ich schnell auf der Palme.  Aber je älter ich werde, desto mehr lerne ich, die Menschen um mich herum so zu lassen, wie sie sind. Ich stecke noch mitten im Lernprozess, aber ich merke, es wird besser.

Antje Thoms, lernt schnell dazu

In meinen Zwanzigern habe ich mich größtenteils mit mir selbst beschäftigt (ich glaube, das ist einigermaßen normal). Jetzt sehe ich  das große Ganze viel mehr und ich weiß, dass es wichtig ist, andere mit einzubeziehen. Natürlich immer unter der Prämisse, sich selbst nicht zu vergessen.

Antje Thoms, hat die Scheuklappen abgesetzt

Seit ich 19 bin, habe ich eine Panikstörung und bin depressiv. Danke, Leben! Über 10 Jahre bin ich damit herumgerannt und habe mich schlecht gefühlt. Nach unzähligen Therapien habe ich mich für Folgendes entschieden: ich werfe jeden Morgen eine handvoll Pillen in meinen Mund und  fülle meinen Serotoninspiegel künstlich auf. Für manch einen ist das Unterdrückung/Betäubung, für mich macht es mein Leben absolut lebenswert.

Antje Thoms, Unterstützerin der Pharma-Lobby

Je älter ich werde, desto mehr Witze mache ich. Unser Leben zuhause ist eine einzige Comedy-Show und ich liebe das. Ich liebe es, dass mein Mann so ein lustiger Mensch ist und das unser Sohn mit seinen 8 Jahren einen ganz feinen und ausgeprägten Sinn für Humor hat. Ich bin jeden Tag dankbar über diese Tatsache.

Antje Thoms, Fips Asmussen-Double