Lavendel
Persönliches

Angst

Ich habe Angst, seit ich 19 bin. Damals, ich hatte einen Tag vorher meine Ausbildung zur Gardinenfachverkäuferin abgeschlossen, stand ich im Supermarkt und bekam ganz plötzich Todesangst. Total irrational, nicht zu begreifen. Keiner von meinen Freunden konnte es besser machen, noch in derselben Nacht hatte ich meine erste Therapiesitzung. Seitdem ist viel Zeit vergangen und ich habe einen (für mich) guten Umgang mit dieser Angst gefunden, aber ich weiß immer noch ganz genau, wie sie sich anfühlt. 

Im Moment haben ganz viele Menschen um mich herum Angst. Die meisten sind geschwächt von zwei Jahren Corona und sehr leicht angreifbar geworden. Ich habe auch Angst, aber ich entscheide, mich ihr entgegenzustellen und ihr den Mittelfinger zu zeigen.

Natürlich kann es passieren, dass irgendwas Beliebiges Dich plötzlich trifft und Du auf der Stelle tot umfällst. Ein Blumentopf zum Beispiel, den der Wind vom Fensterbrett im 5. Stock geweht hat. Oder eine Autotür, die aufschwingt, während Du mit dem Fahrrad an ihr vorbeifährst. 

Es ist nicht so wahnsinnig unwahrscheinlich, dass Dein Herz stehenbleibt oder Dir ein Blutgefäß platzt. Oder das irgendwas anderes in Deinem Körper versagt. 

Es kann passieren, dass irgendwo auf der Welt ein Verrücktgewordener entscheidet, einen Krieg anzuzetteln und so viele Unbeteiligte wie möglich zu involvieren. So vieles kann eskalieren, oder schiefgehen, oder nicht funktionieren.

Ich habe einen Sohn. Der kleine Kerl ist eben erst 8 Jahre alt geworden und ich habe Angst um ihn. Dass er in einer Welt voller Ungerechtigkeiten aufwächst, dass er die Auswirkungen des Klimawandels mit aller Wucht vor die Füße gekotzt bekommt. Ich mache mir jeden Tag Sorgen um ihn. Aber ich will ihn zu einem empathischen, starken, loyalen und lebensfrohen Menschen heranziehen und bisher habe ich das ziemlich gut hinbekommen. Okay, mein Mann hat auch einen kleinen Teil dazu beigetragen. Natürlich rede ich mit ihm, meinem Sohn, über die Dinge, die in dieser Welt geschehen, aber ich versuche, ihm keine Angst zu machen.

Im Augenblick sehe ich mich herausgefordert, mit etwas umzugehen, was ich nicht ändern kann. Ich kann nicht beeinflussen, dass sich an der grundlegenden Situation etwas ändert, aber ich kann reagieren. Ich kann versuchen, die Menschen, denen es jetzt richtig schlecht geht, zu unterstützen. Indem ich Geld spende zum Beispiel. Weil ich selbst nicht so wahnsinnig viel habe, das ich hergeben könnte, verkaufe ich Soli-Seifen und spende den Erlös zu 100 % an Vostok SOS. Das kann ich auf jeden Fall tun. Oder ich krame meinen Kleiderschrank aus und spende Klamotten. Oder ich nehme Menschen bei mir auf. Oder, oder, oder. Es gibt so viel, was ich grad tun kann. Ein guter Nebeneffekt – die Angst wird leichter, je mehr ich im Fluss bin. Ich bin nicht mehr gelähmt, ich kann handeln und Entscheidungen treffen. Wir können der Angst begegnen, immer!

Sicher wird irgendwann mal das Licht ausgehen, aber hab’ bitte keine Angst, denn das wird nicht jetzt sein. ❤️

Ausblick auf den Seifentisch
Allgemein

Ausblick statt Rückblick

Eigentlich käme an dieser Stelle ein Monatsrückblick, da der Monat aber größtenteils Scheiße war und ich nicht so gerne auf beschissene Dinge zurückblicke, schaue ich lieber, was im März passieren könnte. Ich weiß, auch das sind nicht die besten Aussichten, aber versuchen wir, optimistisch zu bleiben.

Soli-Seife

Es herrscht Krieg zwischen Russland und der Ukraine (schon seit 2014, aber nun ist es eskaliert) und weil ich mich nicht so hilflos fühlen möchte, haben meine Schülerpraktikantin Ure und ich eine Seife mit „Fuck War“ bestempelt  und verkaufen sie zu einem Soli-Preis, der zu 100% an Vostok SOS geht. Ich hoffe, es kommt ordentlich was zusammen.

https://eem-naturkosmetik.de/products/soli-seife-fuck-war

Umzug

Eigentlich wollte ich mit dem Laden längst umgezogen sein. Wir erinnern uns: ich bin mit meinem Unternehmen seit nicht ganz 5 Jahren in Neukölln. Seit der Pandemie hat sich das Einkaufsverhalten meiner KundInnen stark verändert – es kommen längst nicht mehr so viele Menschen wie vorher und der Laden fungiert im Augenblick quasi nur noch als Showroom.  Das frustriert mich schon eine ganze Weile und deswegen will ich an diesem Zustand etwas ändern. Ende letzten Jahres sah es für mein Vorhaben relativ gut aus, jetzt allerdings nicht mehr. Es sind kaum noch coole Flächen zu finden und wenn doch, sind die Mietpreise so hoch, dass ich regelmäßig hinten überkippe. Trotzdem – ich gebe nicht auf, sondern suche weiter. Mein Wort des Jahres 2022 lautet immer noch „reinhauen“ und das setze ich auch um. Den Radius habe ich jetzt ausgeweitet und fühle auch mal in angrenzende Stadtgebiete vor. Wollen wir schauen, wohin es mich verschlägt. 

Seuche in da house

Es ist passiert, pünktlich zum März habe ich mir Corona eingefangen. Geil! Glücklicherweise merke ich das nur auf dem Teststreifen und nicht körperlich. Aber Zuhause bleiben muss ich halt trotzdem. Was für mich die letzten zwei Jahre eine Horrorvorstellung war, ist jetzt Wirklichkeit und so richtig schlimm finde ich es garnicht. Zum Beispiel kann ich diesen Text hier ganz in Ruhe am Nachmittag schreiben und muss dafür nicht um 5 Uhr morgens aufstehen. 😉

Ein schönes Angebot

Ich möchte in diesem Monat ganz besonderes Augenmerk auf mein Angebot legen, welches seit einem Jahr jetzt schon läuft, das ich aber immer etwas Stiefmütterlich behandelt habe. Dabei geht es um personalisierte Seifen für UnternehmerInnen, die gerne nachhaltig werben möchten und um Seifen für Hochzeiten, Taufen, Feiern im Allgemeinen und für HändlerInnen zum Weiterverkauf. Diesen Monat packe ich das Glück bei den Eiern! 

Ich schätze, das sind erstmal genug Aufgaben für einen Monat. Schreibe mir gerne, wenn Du Dich für mein Angebot interessierst. Und natürlich auch so. Ich freue mich immer über persönliche Post.

Persönliches

Warum ich Dogma Kacke finde

Schon vor knapp fünf Jahren, als ich mich mit Erica selbstständig machte, begegneten mir anstrengende, dogmatische Gespräche in Form von: Dieses und jenes darfst du nicht machen, wenn du umweltbewusst leben willst. Das regte mich schon immer total auf und ließ mich aus sämtlichen Plastikfrei-Gruppen auf Facebook austreten, obwohl ich mich dort sehr gerne ständig informiert hätte.

In diesen Gruppen haben TeilnehmerInnen u.a. wildfremde Menschen fotografiert, wie sie beim Tanken Plastikhandschuhe trugen und die Bilder dann online gestellt.

Ich habe erlebt, wie Menschen angefeindet wurden, weil sie zur Seifenherstellung Palmöl nutzten.

Ich wurde mal als faul und verlogen bezeichnet, als ich den Satz Wir brauchen keine Handvoll Menschen, die Zero Waste perfekt machen. Wir brauchen Millionen Menschen, die es unperfekt machen erwähnte. Ein Zitat von Anne Marie Bonneau aus dem Internet.

Jetzt, in meiner kleinen Bubble höre ich solche Dinge nicht mehr häufig, aber natürlich ist mir bewusst, dass sie trotzdem da sind. Es gibt sie weiterhin, die Menschen, die andere verurteilen, weil sie etwas machen, das in ihren Augen nicht richtig ist. Und wenn Du (ja, ich spreche Dich direkt an) vielleicht auch manchmal denkst, dass man immer 100% sein muss, gebe ich Dir ein paar Beispiele aus meinem Leben, wie es auch anders geht.

Ich habe blaue Haare, seit Jahren. Die Tönung hält nur, wenn ich vorher blondiere. Das mache ich alle 2-3 Monate. Die Produkte dafür sind in Plastik verpackt und nicht natürlich. Dafür schwöre ich auf NoPoo, eine Methode, bei der man mechanisch mit einer Bürste den Talg von der Kopfhaut in die Längen verteilt und so den Körper konditioniert, auf Dauer weniger Talg zu produzieren. Ich wasche meine Kopfhaut etwa einmal im Monat mit Shampoo. Das spart Verpackung und Ressourcen.

Ich bin tätowiert und zwar wild. Beim Tätowieren entsteht ordentlich viel Müll. Wenn jemand tätowiert ist, assoziiert man diesen Menschen möglicherweise nicht sofort mit Natürlich- und Nachhaltigkeit. Aber wissen wir, ob dieser Mensch nicht vielleicht in seiner Freizeit Müll aufsammelt und Petitionen für mehr Mülleimer in der Stadt erstellt? Oder, so wie ich, einen Laden für Zero Waste-Produkte hat und diejenigen dabei unterstützt, den Alltag Müllfreier zu gestalten, die es gerne wollen?

Ich mache dreckige Witze, die ganze Zeit, oft auch politisch inkorrekt. Da mögen manche denken Wie geht das zusammen, wenn man Toleranz und Achtsamkeit fordert?. Für mich schließt das eine das andere nie aus. Ich gehe durch diese kaputte Welt und verzweifle oft an Tatsachen, an denen ich offensichtlich nichts ändern kann. Mein Humor hilft mir, darüber stehen zu bleiben und nach Alternativen zu suchen.

Mir ist es wichtig, dass wir uns gegenseitig lassen. Die meisten von uns haben triftige Gründe für ihr Verhalten und wissen genau, was sie tun. Auch wenn es manchmal nicht rational erscheint – lassen wir sie einfach machen! Wenn Dein Wissensdurst Dich killt, frage nach, aber bitte nur nett und nie anklagend. Damit verscheuchst Du diese Menschen und Du wirst ihre Beweggründe niemals erfahren.

Die einzige Ausnahme sind und bleiben Nazis. Mit Nazis sprechen bringt nichts, das versteht sich von selbst.

Ich halte fest: Dogmatismus hält auf. Er lähmt uns. Wir können niemals perfekt sein und das müssen wir auch garnicht. JedeR von uns gibt ihr/sein Bestes. Wir verändern die Welt, jedeR soviel, wie er/sie kann.

Hast Du Anregungen oder willst Du Deine Meinung zum Thema Dogmatismus sagen? Ich freue mich immer über Kommentare, aber hierzu ganz besonders. <3

Antje

Expertise

Was ist der Unterschied zwischen Shampoo und Haarseife

Das ist die Frage, die ich im Laden am Häufigsten gestellt bekomme. Für viele bedeutet beides ein und dasselbe und es gibt sogar HerstellerInnen, die auf Ihre Seife „Shampoo“ schreiben und umgekehrt. Damit ist die Verwirrung dann komplett. Es folgt ein kleiner Wegweiser.

Shampoo

Ob flüssig oder fest – Shampoo hat nur ein Ziel, nämlich die Kopfhaut zu entfetten. Oft enthält es mehrere Tenside, die schön viel Schaum produzieren, so wie wir es suggeriert bekommen, dass es zu sein hat. Neben dem ganzen Stadt- oder Landdreck, der sich auf unserer Kopfhaut ansammelt, wäscht das Shampoo den Talg herunter. Die Talgschicht wird vom Körper mit dem Ziel gebildet, die Haut zu schützen und der Körper legt automatisch anständig an Fett drauf, wenn wir mit zu vielen und zu scharfen Tensiden alles wegnehmen. Eine ganz einfache Rechnung eigentlich – Du wäschst oft, weil du oft wäschst.

Haarseife

Auch Haarseife wäscht das Haar sauber, jedoch auf völlig andere Art. Eine Seife ist ebenfalls ein Tensid, jedoch entsteht es, wenn man Fette und Lauge vermischt und nicht auf synthetische Weise. Außerdem wird einer Naturseife häufig auch eine Überfettung beigefügt und dieser Anteil von nicht verseiftem Öl sorgt dafür, dass die Kopfhaut eben nicht austrocknet. So lernt sie nach und nach, weniger Talg zu produzieren. Je höher die Überfettung, desto weniger oft muss man wieder waschen. Klingt gut, oder?

Das Waschen

Synthetische Tenside trocknen nicht nur die Kopfhaut aus, sondern auch die Längen. Aus diesem Grund solltest Du peinlich genau darauf achten, ausschließlich die Kopfhaut zu waschen, wenn Du Shampoo benutzt. Beim Ausspülen bekommen die Längen ausreichend Schaum ab.

Bei Haarseife sollst Du bitte auch die Längen einschäumen, denn die profitieren von der Überfettung und werden gleich ein bisschen mitgepflegt.

Fazit

Vereinfacht ausgedrückt kann ich festes Shampoo für all diejenigen Menschen empfehlen, die ihren Plastikmüll im Badezimmer gerne reduzieren, aber sonst nichts am Waschverhalten ändern wollen. Auf Haarseife greifst Du zurück, wenn Du nicht nur Müllfrei, sondern auch nachhaltig waschen möchtest.

Wenn Du tiefer in das Thema Haarseife eintauchen möchtest, empfehle ich Dir meinen letzten Artikel.

12 von 12

Meine 12 von 12 im Februar

Jeden verdammten Morgen das Warten auf den zweiten Strich.
Ich bin schon dabei.
An zwei Rechnern arbeitet es sich effizienter.
Öle abfüllen für Adidas.
Die Ladensuche wird immer abenteuerlicher.
Mein Mann hat ein neues Buch herausgebracht.
Shampooentwicklung für die Ladies von Haarweisheiten.
Seifen, Schäumchen, Sensationen.
Neukölln könnte mal wieder aufräumen.
Ich bin schon den ganzen Tag auf der verzweifelten Suche nach einem neuen Zuhause für diesen Prachtkerl hier. Leider droht das Tierheim. Wenn Du was weißt, sag Bescheid.
Jeder Profi wird in diesem Moment den Glauben an die Menschheit verlieren. Das ist mein neues Hobby. Ich tätowiere Übungshaut.
Morgen backe ich Kuchen. Gute Nacht.
Seifen in Seifenschalen
Expertise

So verwendest Du Haarseife

Meine Anleitung

Du wolltest schon immer Haarseife ausprobieren, fühlst Dich aber durch die Anwendung abgeschreckt oder hast Du das Waschen schon versucht und Deine Haare fühlten sich hinterher wie ein Bündel in Öl getränktes Stroh an? Dann habe ich hier eine Anleitung für die Verwendung von Haarseife für Dich.

Die richtige Seife finden

Als allererstes müssen wir folgende Überlegungen anstellen: Wie häufig wäschst Du Dein Haar? Wie ist die Struktur Deines Haares? Mit welchen Produkten wäschst Du jetzt und hast Du die letzten Monate gewaschen? Was ist Dein Ziel – einfach natürlich zu waschen oder gleichzeitig die Waschabstände zu beeinflussen?

Szenario 1 – Dein Haar ist fein, Du wäschst häufig und beginnst erst mit Haarseife: wähle eine Seife, die möglichst niedrig überfettet ist. Dein Schopf braucht vermutlich ein wenig Zeit, sich mit dem neuen Wascherlebnis auseinanderzusetzen und reagiert vielleicht mit Ablehnung. Das liegt häufig daran, dass Du ihn in der Vergangenheit sehr oft und mit Produkten gewaschen hast, die starke Tenside, Silikone und anderen Rotz enthalten haben. No Worries, das Zeug ist halt in Shampoos drin, die wir in der Drogerie kaufen. Jetzt muss sich unsere Kopfhaut einfach umstellen. Wenn Du sicher bist, dass Du Silikonhaltige Shampoos genutzt hast, kannst Du eine Natronwäsche machen, um diese herauszuspülen. Mische dazu einfach einen Liter warmes Wasser mit einem kleinen Päckchen Natron und spüle damit das bereits feuchte Haar, kurz einwirken lassen und wieder ausspülen. Danach siehst Du ein Resultat, das Dir möglicherweise nicht gefallen wird, was daran liegt, dass Silikone uns vormachen, unser Haar sei weich und glänzend. Unter dieser Plastikschicht verbirgt sich aber häufig ein etwas anderes Bild. Mach‘ Dir keine Sorgen, das kriegen wir hin!

Szenario 2 – Dein Haar ist wellig und einigermaßen widerstandsfähig: starte mit etwa 6 % Überfettung (*). Mache gerne auch die Natronspülung, wenn Du Silikonhaltige Shampoos verwendet hast.

Szenario 3 – Du hast Locken und wäschst ohnehin nur einmal die Woche? Dann gib‘s Dir richtig dreckig mit Überfettungen ab 10 % aufwärts. Du wirst wahrscheinlich direkt merken, wie geil Dein Haar das Fett findet.

Das Waschen

Anders als beim Shampoo waschen wir alles – von der Kopfhaut zu den Längen. Einfach alles. Wir wollen außerdem Schaum – soviel wie in den 90ern auf ner Schaumparty in der Dorfdisco. Mache die Haare dazu nass und reibe Dein Seifenstück direkt über Kopfhaut und Längen, nimm immer wieder ein bisschen Wasser dazu, denn das aktiviert die Schaumbildung. Wenn Du ausreichend hast, massiere alles ordentlich durch. Anschließend wird ausgespült und das auf jeden Fall gründlicher, als beim Shampoo, denn die restliche Seife siehst Du auch dann nicht, wenn das Wasser bereits klar den Abfluss hinabläuft. Spüle am besten doppelt so lange aus, wie Du es sonst gewohnt bist.

Die saure Rinse

Eine Seife, egal ob für den Körper oder für die Haare, reagiert immer mit Kalk. Je nachdem, in welcher Region Du lebst, hast Du davon viel oder weniger im Wasser. Bei letzterem kannst Du froh sein, denn der Kalk bewirkt, dass Dein Haar nach dem Waschen mit Seife aussieht und sich anfühlt wie ein schlechter Scherz. Das ist Kalkseife. Die müssen wir eliminieren und das schaffen wir mit einer sauren Rinse. Diese beseitigt das eklige Gefühl auf den Kopf und stellt die saure Umgebung wieder her, in die wir soeben mit der basischen Seife eingegriffen haben.

Dazu bereitest Du Dir vor dem Waschen am Besten einen Liter warmes Wasser vor und fügst zwei Esslöffel milde Säure (Obstessig oder Zitronensaft (*)) dazu, nach dem Ausspülen der Seife kippst Du Dir die Lösung über den Kopf, schaust, dass Du alles triffst und fertig ist die Laube. Kein Ausspülen nötig. Die saure Rinse ist übrigens Dein natürlicher Conditioner – sie macht das Haar schön glänzend und gut kämmbar. Du musst sie nicht mit Wasser ausspülen, der saure Geruch verfliegt, wenn das Haar getrocknet ist. Wenn das Wasser in Deinem Wohnort nicht kalkhaltig ist, kannst Du es ohne Rinse versuchen oder einfach mit kaltem Wasser nachspülen. Hier ist experimentieren gefragt.

Fazit

Es kann sein, dass Dein Haar ein wenig Zeit braucht, sich an die neue Waschmethode zu gewöhnen, aber wenn Du geduldig bist, kann es passieren, dass Du mit tollem Haar belohnt wirst, das Du nur noch selten waschen musst und das kräftig nachwächst.

Dieser Artikel stellt meine Erfahrungen dar. Ich habe vor über zehn Jahren angefangen, mich mit diesem Thema zu beschäftigen und habe es quasi studiert. Trotzdem bin ich auch schon hin und wieder an meine Wissensgrenzen gestoßen und habe KundInnen gehabt, bei denen das Waschen mit Seife einfach nicht funktioniert hat. Darum hier als Fazit mein Expertinnen-Tipp: wenn es klappt, ist es super und schön, wenn nicht – Scheiß drauf: es sind nur Haare. ❤️


* Die Überfettung ist der nicht verseifte Anteil von Fett in der Seife. Sie legt sich pflegend auf die Kopfhaut und konditioniert sie. Die in Shampoos enthaltenen Tenside trocknen die Kopfhaut extrem aus. Der Köper produziert stante pede Talg nach, der sich schützend auf die Haut legt. Beim Verwenden von Shampoo gilt: je häufiger Du wäschst, desto häufiger wäschst Du. Das mag im ersten Moment seltsam klingen, entspricht aber der Wahrheit, lass den Satz mal wirken. Die Überfettung sorgt dafür, dass der Körper sich langsam daran gewöhnt, weniger Talg zu produzieren. Je höher sie ist, desto weniger schnell musst Du Dir die Haare waschen.

* Verwende Zitronensaft lieber nur bei hellem Haar, denn auch wenn hier nur sehr wenig davon zum Einsatz kommt, kann es die Längen doch immer noch ein bisschen ausbleichen.

Persönliches

Älter werden

Im Februar ist mein Geburtstag. Normalerweise bin ich kein Fan und verkrieche mich an diesen Tagen im Bett. Aber ich habe eine Erkenntnis gewonnen und die würde ich gerne teilen. 

Für mich bedeutet 42 Jahre alt zu sein, mindestens die Hälfte meines Lebens geschafft zu haben. Da kommen unweigerlich Fragen auf wie: Habe ich genug getan, um es bis hierher auszukosten? Bin ich ausreichend oft in der Kneipe unterm Tisch gewesen? Habe ich genügend Spaß gehabt? Bin ich genug gereist? 

Ich will Euch was sagen: auf manche Fragen kann ich mit „Ja“ antworten, auf manche mit „Nein“. Vieles in meinem Leben ist komplett anders verlaufen, als ich es mir vorgestellt hatte. Aber eines ist ganz klar: es ist toll, wie es ist

Heute hatte ich ein schönes Gespräch mit einer weisen Frau (Hallo, Laura!), in welchem Verlauf ich sagte, dass ich meine Einstellung zu mir selbst meinem Alter zu verdanken habe. Diese weise Frau entgegnete, dass das eher meiner Arbeit an mir selbst geschuldet sei und ich muss ihr unbedingt recht geben. Ich bin heute, mit 42, ein viel coolerer Mensch als noch vor 10 Jahren.

Foto: Josephine Neubert

Wie stehst Du zu Deinem Alter? Bist Du fein damit oder macht Dir das Angst? Schreib mir gern Deine Gedanken dazu, wir können viel voneinander lernen.

Ich habe immer mit meinem Aussehen gestrugglet. Früher war ich spindeldürr, mit Mitte 20 wog ich 45 Kilo. Als ich Anfang 30 war, nahm ich zu und bekam Akne. Geil. Ich habe mich nie besonders schön gefühlt. Heute tue ich das, mit allem, was dazu gehört: meinen Pickeln, meinen grauen Haaren, dem dicken Bauch und dem Hallux.

Antje Thoms, Beautyexpertin

Ich war schon immer eine super-ungeduldige Person, wenn jemand z.B trödelt, bin ich schnell auf der Palme.  Aber je älter ich werde, desto mehr lerne ich, die Menschen um mich herum so zu lassen, wie sie sind. Ich stecke noch mitten im Lernprozess, aber ich merke, es wird besser.

Antje Thoms, lernt schnell dazu

In meinen Zwanzigern habe ich mich größtenteils mit mir selbst beschäftigt (ich glaube, das ist einigermaßen normal). Jetzt sehe ich  das große Ganze viel mehr und ich weiß, dass es wichtig ist, andere mit einzubeziehen. Natürlich immer unter der Prämisse, sich selbst nicht zu vergessen.

Antje Thoms, hat die Scheuklappen abgesetzt

Seit ich 19 bin, habe ich eine Panikstörung und bin depressiv. Danke, Leben! Über 10 Jahre bin ich damit herumgerannt und habe mich schlecht gefühlt. Nach unzähligen Therapien habe ich mich für Folgendes entschieden: ich werfe jeden Morgen eine handvoll Pillen in meinen Mund und  fülle meinen Serotoninspiegel künstlich auf. Für manch einen ist das Unterdrückung/Betäubung, für mich macht es mein Leben absolut lebenswert.

Antje Thoms, Unterstützerin der Pharma-Lobby

Je älter ich werde, desto mehr Witze mache ich. Unser Leben zuhause ist eine einzige Comedy-Show und ich liebe das. Ich liebe es, dass mein Mann so ein lustiger Mensch ist und das unser Sohn mit seinen 8 Jahren einen ganz feinen und ausgeprägten Sinn für Humor hat. Ich bin jeden Tag dankbar über diese Tatsache.

Antje Thoms, Fips Asmussen-Double

Seifentisch
Persönliches

Warum ich keine Dumping-Preise anbiete

In letzter Zeit häufen sich die Anfragen nach Rezeptentwicklungen, was wirklich toll ist. Auf diese Art der Zusammenarbeit habe ich besonders große Lust, denn ich kann mich kreativ ausleben und etwas Tolles kreieren, mit dem meine KundInnen, die EndverbraucherInnen und am Ende ich glücklich sind. Die Entwicklung fällt mir leicht, ja, auf jeden Fall. Ich brauche auch nicht lang dafür, einen ersten Entwurf zu Papier zu bringen. Woran das liegt? An meiner Expertise. Ich habe die letzten 5 Jahre damit verbracht, mich intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen. Habe unzählige Rezepte probiert, versemmelt, nochmal neu begonnen, in den Eimer geworfen und so weiter. Dabei habe ich massig viel für Rohstoffe, für Kurse und für Fachbücher ausgegeben. Dieses Wissen kostet Geld.

Antje steht in der Werkstatt und macht Seife
Riechen ist mein großes Hobby.

Wenn Du mit mir zusammen Dein Produkt entwickelst, wird es gut. Ich nehme nicht einfach irgendein Rezept und hübsche es auf, sondern ich entwerfe Dir DEIN Produkt. Womit Du Geld verdienen wirst, wenn Du es richtig anstellst. Und diese Arbeit kann nicht umsonst sein.

Ich bin ein großer Fan von Fairness und ich finde es wichtig, dass alle, die an einem Arbeitsprozess beteiligt sind, in irgendeiner Weise davon profitieren. Und damit meine ich auch PraktikantInnen, GrafikerInnen, HerstellerInnen, LieferantInnen, etc.. Ich will Niederschwelligkeit und ich wünsche mir, dass alle zufrieden sind.

Pigment in Seifenleim.

Wenn Du Lust hast, mit mir zu arbeiten, dann freue ich mich, wenn Du Dich bei mir meldest. Ich erläutere Dir gerne meine Preise und wie sie sich zusammensetzen.

Persönliches

Was sich 2022 in meinem Business verändert

2022 wird ein turbulentes Jahr, das macht sich schon jetzt bemerkbar. Ich habe mir viel vorgenommen, weil ich gerne weiterlaufen will. Natürlich bleibt man mit einem Business nie wirklich auf der Stelle stehen, aber das letzte Jahr hat sich zumindest teilweise so angefühlt. Jedenfalls – jetzt wird angepackt und verändert.

1. Umzug

Ich werde neue Räumlichkeiten für e.e.m. suchen und finden. Die letzten vier Jahre war ich auf der Weserstraße in Neukölln und ich habe mich größtenteils sehr wohl gefühlt. Auf der anderen Seite gibt es auch viele Dinge, die mich hier nerven. Überall pfeift der Wind durch, die Türen klemmen, morgens fege ich immer einen Riesen Haufen Müll vom Gehweg. Außerdem hat 2021 Karmatechnisch viel Asche hinterlassen, ein Einbruch, ein fetter Wasserschaden, zwei Baustellen inklusive Dixi direkt vor dem Laden. Ich fühle mich nicht mehr richtig wohl. Wenn Dich interessiert, was sich en detail ereignet hat, lies‘ gerne meinen Jahresrückblick.

2. Rebranding

Zum ersten Januar musste ich meinen Namen ändern von Erica in e.e.m.. Schuld daran war eine Markenrechtsverletzung meinerseits. Was diese kleine Tatsache alles für Umstände mit sich bringt, habe ich nicht geahnt. Aber naja, wir leben in Deutschland, hier ist man gerne bürokratisch und das bekomme ich grad kräftig zu spüren. Ich muss tausende Formulare ausfüllen und unzählige Telefonate führen und das als Mensch, der lieber Mails und Sprachnachrichten verschickt. Zum Glück habe ich bis Ende April Zeit, bis dahin muss allerdings auch der letzte Hinweis darauf verschwunden sein, dass Erica jemals existiert hat.

3. Neues Angebot

2021 hat mir gezeigt, dass ich mein Angebot verändern möchte. Der Inhabergeführte Einzelhandel liegt grad allerorten ein wenig brach, logisch. Selbst bei gelockerten Maßnahmen kommen die Menschen nicht mehr in den Laden wie früher, weil sie sich daran gewöhnt haben, von der Couch aus zu shoppen. Das geht mir nicht groß anders. Gleichzeitig wird Seife und insgesamt Naturkosmetik für viele UnternehmerInnen immer interessanter. Ein Stück Seife mit Firmenlogo ist ja wohl schöner, als der klassische Kugelschreiber, oder? Außerdem profitieren Hotels, HochzeitsplanerInnen und andere HändlerInnen von meinem Angebot. Den Bereich „Rezeptentwicklung“ habe ich neu erschlossen. Es macht mir viel Spaß, mit meinen KundInnen nach ihren Vorstellungen tolle Produkte zu entwickeln und nach ein paar Durchläufen kann ich sagen: das mache ich weiter.

4. okee

Anfang 2021 haben meine Freundin Maria und ich eine neue Firma gegründet, sie heißt okee. Wir wollen wirkstoffbasierte, hochwertige Naturkosmetik entwickeln und vertreiben. Anfangen werden wir mit Sojawachskerzen, die wir bald launchen. Eigentlich wollten wir das schon vor Weihnachten machen, aber naja – das Leben kam dazwischen.

5. Einmal die Woche bloggen

Seit über einem halben Jahr schleiche ich um das Thema Bloggen herum. Ich habe früher ganz viel geschrieben, für kleine Punkrock-Fanzines und habe auch ein paar eigene herausgebracht. 100 % DIY. Punk halt. Mit der Zeit kristallisierte sich immer mehr heraus, dass ich diese Skills auch ganz gut für mein Unternehmen nutzen kann. Größtenteils für Social Media, aber auch für Newsletter und E-Mails. Es macht mir Spaß und ich bekomme viele positive Reaktionen darauf, was wiederum meinen Bauch pinselt. Und weil ich besser arbeite, wenn ich mich in einer Gruppe befinde, bin ich Anfang Januar der Content Society beigetreten. Wenn Du magst, lies mit. ❤️

e.e.m. Seifenladen
Persönliches

Aus Erica wird e.e.m.

2021 war ein schwieriges Jahr für Erica, nicht zuletzt wegen eines Rebrandings und der daraus resultierenden Namensänderung des Unternehmens.

Lass‘ uns in 2017 zurückgehen. Als ich entschied, einen Laden mit Naturkosmetik aufzumachen, war schnell klar, welchen Namen er tragen sollte, nämlich den meiner Oma.

Ich habe so so schöne Erinnerungen an sie und ich bin unfassbar froh, dass sie die Anfänge des Unternehmens noch mitbekam und sah, wie es langsam wuchs.

Vorletztes Jahr erhielt ich eine E-Mail von einem niederländischen Unternehmen mit gleichem Namen. Diese Nachricht war sehr lang, ich überflog sie nur, weil ich sie für Spam hielt. Der Inhalt, kurz heruntergebrochen, war, dass ich dazu aufgefordert wurde, meinen Namen abzulegen, weil man selbst die Weltweiten Rechte daran erworben hätte, andernfalls würden mir rechtliche Konsequenzen drohen. Ich dachte an einen schlechten Scherz und ignorierte diese E-Mail.

Im Sommer letzten Jahres folgte dann die zweite Nachricht von derselben Firma und dieses Mal erschien sie mir weniger scherzhaft. Nach einem Termin beim Anwalt für Markenrecht und einem Telefonat mit dem Sprecher des niederländischen Unternehmens wurde dann klar: ich werde meinen Namen ändern müssen.

Nach über vier Jahren Erica ist ein Rebranding aus mehreren Gründen äußerst problematisch:

1. Ich habe einen KundInnenstamm aufgebaut und sie alle haben Erica verinnerlicht.

2. Die Namensänderung eines Unternehmens ist mit einem riesengroßen bürokratischen Aufwand gekoppelt. Hallo? Wir leben hier in Deutschland!

3. Ich hänge emotional sehr, sehr stark an dem Namen. Welcher soll da auch nur ansatzweise rankommen können?

Nachdem ich mir selbst mehrere Namen in mein Notizbuch geschrieben hatte und nicht mehr richtig weiterwusste, aktivierte ich meine FollowerInnen auf Instagram und bat um Mithilfe.

Interessanterweise kam der Vorschlag, der auch schon auf meinem Zettel stand, einige Male: e.e.m.

Und so war der neue Name geboren. Ich habe von vielen meiner KundInnen gehört, er sei schwer zugänglich und irgendwie steril. Für mich ist er das nicht, denn er steht für die drei Vornamen meiner Oma und dass sie weiterhin Teil des Namens bleibt, ist mir das Allerwichtigste. Ich bin mir sicher, dass sich alle daran gewöhnen werden und am Ende jedeR damit zufrieden ist.

Wie findest Du den Namen?