Allgemein, Persönliches

Warum ich wieder in den Alltag zurückgehe.

Knapp acht Wochen sind viele von uns nun schon gelähmt. Einige haben einen steifen Nacken vom vielen Kopfschütteln. Mein Körper hat sich für einen erneuten Bandscheibenvorfall entschieden, auch clever. Da ich seit meinen Zwanzigern schon weiß, dass körperliche Reaktionen eng in Verbindung mit psychischen Störungen stehen, war das für mich der Hinweis, jetzt wieder Normalität in meinen Alltag zu bringen, auch wenn sich das paradox anhört. Und möglicherweise sogar egoistisch.

  • Alltag schafft einen klaren Kopf. Was passiert, wenn ich den ganzen Tag vor der Kiste sitze und den Newsticker refreshe? Ich tauche mit Haut und Haaren ins Geschehen ein und lasse keine anderen Gedanken mehr zu. Ich habe aber ein kleines Kind, einen Ehemann, Freunde, Familie und ein Unternehmen. Um all das will ich mich auch kümmern.
  • Es bringt niemandem etwas, wenn ich Zombimäßig durch die Welt laufe und nicht mehr weiß, was direkt neben mir geschieht. Meine Augenringe gehen unterdessen bis zu den Knien, nicht mal Concealer hält sie mehr auf. Ich agiere viel sinnvoller, wenn ich ausgeruht bin und nicht die ganze Zeit Grütze rede.
  • Ich kann besser in die Zukunft sehen, wenn ich das „große Ganze“ überblicke. Mein Business, meine freie Zeit und das Weltgeschehen dürfen nebeneinander existieren.

Es wird also wieder alltägliche Inhalte von mir geben, die nichts mit unseren ukrainischen und russischen Freunden zu tun haben. Ich werde morgens und abends Nachrichten konsumieren und nicht mehr den ganzen Tag. Meine Soli-Aktion bleibt weiterhin bestehen. Ich konnte schon 700 Euro an Vostok SOS spenden und es soll noch viel mehr werden.

Im Folgenden noch eine Liste von Informationsquellen meiner Wahl:

Xena berichtet täglich mehrmals live aus dem Westen der Ukraine. Ihr Wissen ist unerschöpflich und ihr Humor göttlich. Ich verfolge sie hauptsächlich auf TikTok oder Twitter.

Kristina sitzt mit ihrer Familie in Kiew fest und erzählt von ihrem Alltag. Morgens schaue ich immer als erstes, wie es ihr geht.

Valeria ist unterdessen nach Italien geflüchtet, aber auch sie hat direkt aus Kiew gesendet und jeden Tag kleine Videos gemacht, bei denen einem die Kinnlade runtergekippt ist.

Das Katapult-Magazin sitzt in Greifswald und berichtet jeden Tag kurz und knapp und ohne Bilder. Ich habe die Printausgabe abonniert, aber auch den Kanal auf Instagram.

Für mehr Infos und Hintergründe lese ich die Zeit.

Naturkosmetik

Eine Ode an das Hagebuttenöl

Bis ich 30 wurde, hatte ich die schönste und reinste Haut, auch während meiner Pubertät hatte ich nie Pickel. Dieser Zustand änderte sich, weil ich mit der Einnahme von Psychopharmaka begann, meine Depression zu bekämpfen – meine Haut verschlechterte sich innerhalb kürzester Zeit. Ich bekam an den Wangen großflächig große, rote und schmerzende Pickel, es war fürchterlich. 

Damals war meine erste Anlaufstelle ein Dermatologe, der mir die gängigen Salben verschrieb, die alle nichts nützten. Ich testete sauviele Mittelchen aus Apotheken und Drogerien und gab ein Vermögen für Make up aus. Nichts half. 

Und als ich mich nach Jahren schon fast damit abgefunden hatte, bis zum Ende meines Lebens mit unreiner Haut zu fristen, las ich einen Artikel über Hagebuttenöl, auch Wildrosenöl genannt.

Es enthält

  • Vitamin A und E (Regulation der Talgproduktion und Beschleunigung von Regenerationsprozessen) und
  • essentielle Fettsäuren, außerdem
  • Phenole, die antivirale und antibakterielle Eigenschaften haben.
  • Retinoide reduzieren Hyperpigmentierung (für Menschen mit Pigmentflecken interessant).
  • Vitamin C ist für die Bekämpfung von Unreinheiten zuständig und hat eine klärende und entzündungshemmende Wirkung. 
  • Auch interessant der rote Pflanzenfarbstoff Lycopin. Der schützt vor freien Radikalen, die die Haut altern lassen.

Hagebuttenkernöl ist nicht komedogen, verstopft also nicht Deine Poren. Jede Art von Haut kann von diesem Öl profitieren, dewegen wird es auch oft als „Beauty-Öl“ bezeichnet. 

Trage es 2 mal am Tag auf die gereinigte und noch feuchte Gesichtshaut auf und staune über die Veränderung, die Deine Haut erleben wird. Du kannst Squalan oder Hyaluron hinzufügen, um für mehr Feuchtigkeit zu sorgen. 

Meine Haut hat sich signifikant verbessert und der Zustand bleibt seit Jahren stabil. Ich habe immer noch Pickel, aber längst nicht mehr so übel wie vor 10 Jahren und darüber hinaus freue ich mich, weil bei mir nur ein Fläschchen im Bad steht und nicht mehr 100 Tuben und Tiegel. 

Welches Produkt aus der Natur hat Deine Skincare aufgewertet?

Allgemein, Persönliches

Warum ich trotz schlechter Haut einen Laden für Naturkosmetik habe

Ich bekomme hin und wieder mal die Frage gestellt, wie es sein kann, dass ich einen Laden für Naturkosmetik und trotzdem so schlechte Haut habe. Oder warum ich blaue Haare habe, tätowiert und gepierct bin und ständig dreckige Witze mache. Das passt doch nicht zusammen!

Anfangs hat mich das verletzt, weil ich es so übergriffig fand, dass ich auf offensichtliche Unzulänglichkeiten in meinem Gesicht angesprochen werde. Ich finde es noch immer übergriffig, aber ich scheiße unterdessen drauf, was Menschen über mich denken, die mir charakterlich so sehr fern sind. 

Meine Haut ist schlecht, weil ich täglich Antidepressiva nehme. Bevor ich vor 13 Jahren mit der Einnahme begonnen habe, war meine Haut makellos. Jetzt ist sie teilweise wirklich schlimm, dafür habe ich aber nicht mehr alle paar Tage den Wunsch, aus dem Fenster zu springen. Was ist besser?

Meine Haut ist unfassbar trocken. Besonders im Winter ist das oft so extrem, dass keine Pflege es in den Griff bekommt. Ich erwarte dann in der Regel vorfreudig den Frühling, dann beruhigt sich das.

Ich bin 42 Jahre alt. Ich habe Falten. So ist das nun mal, die bekommt jedeR. Auch der Hals beginnt zu hängen. Herzlichen Glückwunsch. Kann man nicht ändern. Wenn mich das irgendwann stören sollte, werde ich über plastische Chirurgie nachdenken. 

Es ist mir egal, was fremde Menschen über mich denken, das bedeutet mir nichts, das trifft mich auch nicht (mehr). Wichtig ist, wie ich mich fühle. Ich werde immer das tun, was sich für mich richtig und gut anfühlt. 

12 von 12

Meine 12 von 12 im März

Es ist soweit – ich darf das Haus wieder verlassen.
Gleich mal die ganzen Ersparnisse in den Tank bolzen und das Kind von den Großeltern abholen.
Ich, wie ich mich freue, dass meine Sonnenbrille exakt mit der Haarfarbe harmoniert. Es sind die kleinen Freuden des Lebens.
Während der Quarantäne habe ich begonnen, meinen Oberschenkel zu tätowieren.
Mein Lieblingstätowierer wird’s wohl bei Gelegenheit richten müssen.
Meiner bescheidenen Meinung nach ist die Mülleimerdichte in Neukölln ausbaufähig.
Seit zwei Jahren habe ich jetzt eine Baustelle vor der Tür. Das Schlimmste sind die Planierraupen und der Gestank des Dixiklos.
In Zeiten wie diesen bin ich glücklich über Schneeglöckchen.
Das wird die nächste Charge Soli-Seifen.
Während der ersten Welle von Hamsterkäufen war Duplo ständig ausverkauft, was ich bei Instagram öffentlich moniert habe. Seitdem bringt mir eine Kundin immer, wenn sie zum Seife kaufen kommt, ne Packung mit. Zauberhaft!
Eine neue Seife ist in die Seifenfamilie eingezogen.
Außerdem: der neue Staubsauger wartet sehnsüchtig darauf, benutzt zu werden.
Lavendel
Persönliches

Angst

Ich habe Angst, seit ich 19 bin. Damals, ich hatte einen Tag vorher meine Ausbildung zur Gardinenfachverkäuferin abgeschlossen, stand ich im Supermarkt und bekam ganz plötzich Todesangst. Total irrational, nicht zu begreifen. Keiner von meinen Freunden konnte es besser machen, noch in derselben Nacht hatte ich meine erste Therapiesitzung. Seitdem ist viel Zeit vergangen und ich habe einen (für mich) guten Umgang mit dieser Angst gefunden, aber ich weiß immer noch ganz genau, wie sie sich anfühlt. 

Im Moment haben ganz viele Menschen um mich herum Angst. Die meisten sind geschwächt von zwei Jahren Corona und sehr leicht angreifbar geworden. Ich habe auch Angst, aber ich entscheide, mich ihr entgegenzustellen und ihr den Mittelfinger zu zeigen.

Natürlich kann es passieren, dass irgendwas Beliebiges Dich plötzlich trifft und Du auf der Stelle tot umfällst. Ein Blumentopf zum Beispiel, den der Wind vom Fensterbrett im 5. Stock geweht hat. Oder eine Autotür, die aufschwingt, während Du mit dem Fahrrad an ihr vorbeifährst. 

Es ist nicht so wahnsinnig unwahrscheinlich, dass Dein Herz stehenbleibt oder Dir ein Blutgefäß platzt. Oder das irgendwas anderes in Deinem Körper versagt. 

Es kann passieren, dass irgendwo auf der Welt ein Verrücktgewordener entscheidet, einen Krieg anzuzetteln und so viele Unbeteiligte wie möglich zu involvieren. So vieles kann eskalieren, oder schiefgehen, oder nicht funktionieren.

Ich habe einen Sohn. Der kleine Kerl ist eben erst 8 Jahre alt geworden und ich habe Angst um ihn. Dass er in einer Welt voller Ungerechtigkeiten aufwächst, dass er die Auswirkungen des Klimawandels mit aller Wucht vor die Füße gekotzt bekommt. Ich mache mir jeden Tag Sorgen um ihn. Aber ich will ihn zu einem empathischen, starken, loyalen und lebensfrohen Menschen heranziehen und bisher habe ich das ziemlich gut hinbekommen. Okay, mein Mann hat auch einen kleinen Teil dazu beigetragen. Natürlich rede ich mit ihm, meinem Sohn, über die Dinge, die in dieser Welt geschehen, aber ich versuche, ihm keine Angst zu machen.

Im Augenblick sehe ich mich herausgefordert, mit etwas umzugehen, was ich nicht ändern kann. Ich kann nicht beeinflussen, dass sich an der grundlegenden Situation etwas ändert, aber ich kann reagieren. Ich kann versuchen, die Menschen, denen es jetzt richtig schlecht geht, zu unterstützen. Indem ich Geld spende zum Beispiel. Weil ich selbst nicht so wahnsinnig viel habe, das ich hergeben könnte, verkaufe ich Soli-Seifen und spende den Erlös zu 100 % an Vostok SOS. Das kann ich auf jeden Fall tun. Oder ich krame meinen Kleiderschrank aus und spende Klamotten. Oder ich nehme Menschen bei mir auf. Oder, oder, oder. Es gibt so viel, was ich grad tun kann. Ein guter Nebeneffekt – die Angst wird leichter, je mehr ich im Fluss bin. Ich bin nicht mehr gelähmt, ich kann handeln und Entscheidungen treffen. Wir können der Angst begegnen, immer!

Sicher wird irgendwann mal das Licht ausgehen, aber hab’ bitte keine Angst, denn das wird nicht jetzt sein. ❤️

Ausblick auf den Seifentisch
Allgemein

Ausblick statt Rückblick

Eigentlich käme an dieser Stelle ein Monatsrückblick, da der Monat aber größtenteils Scheiße war und ich nicht so gerne auf beschissene Dinge zurückblicke, schaue ich lieber, was im März passieren könnte. Ich weiß, auch das sind nicht die besten Aussichten, aber versuchen wir, optimistisch zu bleiben.

Soli-Seife

Es herrscht Krieg zwischen Russland und der Ukraine (schon seit 2014, aber nun ist es eskaliert) und weil ich mich nicht so hilflos fühlen möchte, haben meine Schülerpraktikantin Ure und ich eine Seife mit „Fuck War“ bestempelt  und verkaufen sie zu einem Soli-Preis, der zu 100% an Vostok SOS geht. Ich hoffe, es kommt ordentlich was zusammen.

https://eem-naturkosmetik.de/products/soli-seife-fuck-war

Umzug

Eigentlich wollte ich mit dem Laden längst umgezogen sein. Wir erinnern uns: ich bin mit meinem Unternehmen seit nicht ganz 5 Jahren in Neukölln. Seit der Pandemie hat sich das Einkaufsverhalten meiner KundInnen stark verändert – es kommen längst nicht mehr so viele Menschen wie vorher und der Laden fungiert im Augenblick quasi nur noch als Showroom.  Das frustriert mich schon eine ganze Weile und deswegen will ich an diesem Zustand etwas ändern. Ende letzten Jahres sah es für mein Vorhaben relativ gut aus, jetzt allerdings nicht mehr. Es sind kaum noch coole Flächen zu finden und wenn doch, sind die Mietpreise so hoch, dass ich regelmäßig hinten überkippe. Trotzdem – ich gebe nicht auf, sondern suche weiter. Mein Wort des Jahres 2022 lautet immer noch „reinhauen“ und das setze ich auch um. Den Radius habe ich jetzt ausgeweitet und fühle auch mal in angrenzende Stadtgebiete vor. Wollen wir schauen, wohin es mich verschlägt. 

Seuche in da house

Es ist passiert, pünktlich zum März habe ich mir Corona eingefangen. Geil! Glücklicherweise merke ich das nur auf dem Teststreifen und nicht körperlich. Aber Zuhause bleiben muss ich halt trotzdem. Was für mich die letzten zwei Jahre eine Horrorvorstellung war, ist jetzt Wirklichkeit und so richtig schlimm finde ich es garnicht. Zum Beispiel kann ich diesen Text hier ganz in Ruhe am Nachmittag schreiben und muss dafür nicht um 5 Uhr morgens aufstehen. 😉

Ein schönes Angebot

Ich möchte in diesem Monat ganz besonderes Augenmerk auf mein Angebot legen, welches seit einem Jahr jetzt schon läuft, das ich aber immer etwas Stiefmütterlich behandelt habe. Dabei geht es um personalisierte Seifen für UnternehmerInnen, die gerne nachhaltig werben möchten und um Seifen für Hochzeiten, Taufen, Feiern im Allgemeinen und für HändlerInnen zum Weiterverkauf. Diesen Monat packe ich das Glück bei den Eiern! 

Ich schätze, das sind erstmal genug Aufgaben für einen Monat. Schreibe mir gerne, wenn Du Dich für mein Angebot interessierst. Und natürlich auch so. Ich freue mich immer über persönliche Post.

Persönliches

Warum ich Dogma Kacke finde

Schon vor knapp fünf Jahren, als ich mich mit Erica selbstständig machte, begegneten mir anstrengende, dogmatische Gespräche in Form von: Dieses und jenes darfst du nicht machen, wenn du umweltbewusst leben willst. Das regte mich schon immer total auf und ließ mich aus sämtlichen Plastikfrei-Gruppen auf Facebook austreten, obwohl ich mich dort sehr gerne ständig informiert hätte.

In diesen Gruppen haben TeilnehmerInnen u.a. wildfremde Menschen fotografiert, wie sie beim Tanken Plastikhandschuhe trugen und die Bilder dann online gestellt.

Ich habe erlebt, wie Menschen angefeindet wurden, weil sie zur Seifenherstellung Palmöl nutzten.

Ich wurde mal als faul und verlogen bezeichnet, als ich den Satz Wir brauchen keine Handvoll Menschen, die Zero Waste perfekt machen. Wir brauchen Millionen Menschen, die es unperfekt machen erwähnte. Ein Zitat von Anne Marie Bonneau aus dem Internet.

Jetzt, in meiner kleinen Bubble höre ich solche Dinge nicht mehr häufig, aber natürlich ist mir bewusst, dass sie trotzdem da sind. Es gibt sie weiterhin, die Menschen, die andere verurteilen, weil sie etwas machen, das in ihren Augen nicht richtig ist. Und wenn Du (ja, ich spreche Dich direkt an) vielleicht auch manchmal denkst, dass man immer 100% sein muss, gebe ich Dir ein paar Beispiele aus meinem Leben, wie es auch anders geht.

Ich habe blaue Haare, seit Jahren. Die Tönung hält nur, wenn ich vorher blondiere. Das mache ich alle 2-3 Monate. Die Produkte dafür sind in Plastik verpackt und nicht natürlich. Dafür schwöre ich auf NoPoo, eine Methode, bei der man mechanisch mit einer Bürste den Talg von der Kopfhaut in die Längen verteilt und so den Körper konditioniert, auf Dauer weniger Talg zu produzieren. Ich wasche meine Kopfhaut etwa einmal im Monat mit Shampoo. Das spart Verpackung und Ressourcen.

Ich bin tätowiert und zwar wild. Beim Tätowieren entsteht ordentlich viel Müll. Wenn jemand tätowiert ist, assoziiert man diesen Menschen möglicherweise nicht sofort mit Natürlich- und Nachhaltigkeit. Aber wissen wir, ob dieser Mensch nicht vielleicht in seiner Freizeit Müll aufsammelt und Petitionen für mehr Mülleimer in der Stadt erstellt? Oder, so wie ich, einen Laden für Zero Waste-Produkte hat und diejenigen dabei unterstützt, den Alltag Müllfreier zu gestalten, die es gerne wollen?

Ich mache dreckige Witze, die ganze Zeit, oft auch politisch inkorrekt. Da mögen manche denken Wie geht das zusammen, wenn man Toleranz und Achtsamkeit fordert?. Für mich schließt das eine das andere nie aus. Ich gehe durch diese kaputte Welt und verzweifle oft an Tatsachen, an denen ich offensichtlich nichts ändern kann. Mein Humor hilft mir, darüber stehen zu bleiben und nach Alternativen zu suchen.

Mir ist es wichtig, dass wir uns gegenseitig lassen. Die meisten von uns haben triftige Gründe für ihr Verhalten und wissen genau, was sie tun. Auch wenn es manchmal nicht rational erscheint – lassen wir sie einfach machen! Wenn Dein Wissensdurst Dich killt, frage nach, aber bitte nur nett und nie anklagend. Damit verscheuchst Du diese Menschen und Du wirst ihre Beweggründe niemals erfahren.

Die einzige Ausnahme sind und bleiben Nazis. Mit Nazis sprechen bringt nichts, das versteht sich von selbst.

Ich halte fest: Dogmatismus hält auf. Er lähmt uns. Wir können niemals perfekt sein und das müssen wir auch garnicht. JedeR von uns gibt ihr/sein Bestes. Wir verändern die Welt, jedeR soviel, wie er/sie kann.

Hast Du Anregungen oder willst Du Deine Meinung zum Thema Dogmatismus sagen? Ich freue mich immer über Kommentare, aber hierzu ganz besonders. <3

Antje

Expertise

Was ist der Unterschied zwischen Shampoo und Haarseife

Das ist die Frage, die ich im Laden am Häufigsten gestellt bekomme. Für viele bedeutet beides ein und dasselbe und es gibt sogar HerstellerInnen, die auf Ihre Seife „Shampoo“ schreiben und umgekehrt. Damit ist die Verwirrung dann komplett. Es folgt ein kleiner Wegweiser.

Shampoo

Ob flüssig oder fest – Shampoo hat nur ein Ziel, nämlich die Kopfhaut zu entfetten. Oft enthält es mehrere Tenside, die schön viel Schaum produzieren, so wie wir es suggeriert bekommen, dass es zu sein hat. Neben dem ganzen Stadt- oder Landdreck, der sich auf unserer Kopfhaut ansammelt, wäscht das Shampoo den Talg herunter. Die Talgschicht wird vom Körper mit dem Ziel gebildet, die Haut zu schützen und der Körper legt automatisch anständig an Fett drauf, wenn wir mit zu vielen und zu scharfen Tensiden alles wegnehmen. Eine ganz einfache Rechnung eigentlich – Du wäschst oft, weil du oft wäschst.

Haarseife

Auch Haarseife wäscht das Haar sauber, jedoch auf völlig andere Art. Eine Seife ist ebenfalls ein Tensid, jedoch entsteht es, wenn man Fette und Lauge vermischt und nicht auf synthetische Weise. Außerdem wird einer Naturseife häufig auch eine Überfettung beigefügt und dieser Anteil von nicht verseiftem Öl sorgt dafür, dass die Kopfhaut eben nicht austrocknet. So lernt sie nach und nach, weniger Talg zu produzieren. Je höher die Überfettung, desto weniger oft muss man wieder waschen. Klingt gut, oder?

Das Waschen

Synthetische Tenside trocknen nicht nur die Kopfhaut aus, sondern auch die Längen. Aus diesem Grund solltest Du peinlich genau darauf achten, ausschließlich die Kopfhaut zu waschen, wenn Du Shampoo benutzt. Beim Ausspülen bekommen die Längen ausreichend Schaum ab.

Bei Haarseife sollst Du bitte auch die Längen einschäumen, denn die profitieren von der Überfettung und werden gleich ein bisschen mitgepflegt.

Fazit

Vereinfacht ausgedrückt kann ich festes Shampoo für all diejenigen Menschen empfehlen, die ihren Plastikmüll im Badezimmer gerne reduzieren, aber sonst nichts am Waschverhalten ändern wollen. Auf Haarseife greifst Du zurück, wenn Du nicht nur Müllfrei, sondern auch nachhaltig waschen möchtest.

Wenn Du tiefer in das Thema Haarseife eintauchen möchtest, empfehle ich Dir meinen letzten Artikel.

12 von 12

Meine 12 von 12 im Februar

Jeden verdammten Morgen das Warten auf den zweiten Strich.
Ich bin schon dabei.
An zwei Rechnern arbeitet es sich effizienter.
Öle abfüllen für Adidas.
Die Ladensuche wird immer abenteuerlicher.
Mein Mann hat ein neues Buch herausgebracht.
Shampooentwicklung für die Ladies von Haarweisheiten.
Seifen, Schäumchen, Sensationen.
Neukölln könnte mal wieder aufräumen.
Ich bin schon den ganzen Tag auf der verzweifelten Suche nach einem neuen Zuhause für diesen Prachtkerl hier. Leider droht das Tierheim. Wenn Du was weißt, sag Bescheid.
Jeder Profi wird in diesem Moment den Glauben an die Menschheit verlieren. Das ist mein neues Hobby. Ich tätowiere Übungshaut.
Morgen backe ich Kuchen. Gute Nacht.
Seifen in Seifenschalen
Expertise

So verwendest Du Haarseife

Meine Anleitung

Du wolltest schon immer Haarseife ausprobieren, fühlst Dich aber durch die Anwendung abgeschreckt oder hast Du das Waschen schon versucht und Deine Haare fühlten sich hinterher wie ein Bündel in Öl getränktes Stroh an? Dann habe ich hier eine Anleitung für die Verwendung von Haarseife für Dich.

Die richtige Seife finden

Als allererstes müssen wir folgende Überlegungen anstellen: Wie häufig wäschst Du Dein Haar? Wie ist die Struktur Deines Haares? Mit welchen Produkten wäschst Du jetzt und hast Du die letzten Monate gewaschen? Was ist Dein Ziel – einfach natürlich zu waschen oder gleichzeitig die Waschabstände zu beeinflussen?

Szenario 1 – Dein Haar ist fein, Du wäschst häufig und beginnst erst mit Haarseife: wähle eine Seife, die möglichst niedrig überfettet ist. Dein Schopf braucht vermutlich ein wenig Zeit, sich mit dem neuen Wascherlebnis auseinanderzusetzen und reagiert vielleicht mit Ablehnung. Das liegt häufig daran, dass Du ihn in der Vergangenheit sehr oft und mit Produkten gewaschen hast, die starke Tenside, Silikone und anderen Rotz enthalten haben. No Worries, das Zeug ist halt in Shampoos drin, die wir in der Drogerie kaufen. Jetzt muss sich unsere Kopfhaut einfach umstellen. Wenn Du sicher bist, dass Du Silikonhaltige Shampoos genutzt hast, kannst Du eine Natronwäsche machen, um diese herauszuspülen. Mische dazu einfach einen Liter warmes Wasser mit einem kleinen Päckchen Natron und spüle damit das bereits feuchte Haar, kurz einwirken lassen und wieder ausspülen. Danach siehst Du ein Resultat, das Dir möglicherweise nicht gefallen wird, was daran liegt, dass Silikone uns vormachen, unser Haar sei weich und glänzend. Unter dieser Plastikschicht verbirgt sich aber häufig ein etwas anderes Bild. Mach‘ Dir keine Sorgen, das kriegen wir hin!

Szenario 2 – Dein Haar ist wellig und einigermaßen widerstandsfähig: starte mit etwa 6 % Überfettung (*). Mache gerne auch die Natronspülung, wenn Du Silikonhaltige Shampoos verwendet hast.

Szenario 3 – Du hast Locken und wäschst ohnehin nur einmal die Woche? Dann gib‘s Dir richtig dreckig mit Überfettungen ab 10 % aufwärts. Du wirst wahrscheinlich direkt merken, wie geil Dein Haar das Fett findet.

Das Waschen

Anders als beim Shampoo waschen wir alles – von der Kopfhaut zu den Längen. Einfach alles. Wir wollen außerdem Schaum – soviel wie in den 90ern auf ner Schaumparty in der Dorfdisco. Mache die Haare dazu nass und reibe Dein Seifenstück direkt über Kopfhaut und Längen, nimm immer wieder ein bisschen Wasser dazu, denn das aktiviert die Schaumbildung. Wenn Du ausreichend hast, massiere alles ordentlich durch. Anschließend wird ausgespült und das auf jeden Fall gründlicher, als beim Shampoo, denn die restliche Seife siehst Du auch dann nicht, wenn das Wasser bereits klar den Abfluss hinabläuft. Spüle am besten doppelt so lange aus, wie Du es sonst gewohnt bist.

Die saure Rinse

Eine Seife, egal ob für den Körper oder für die Haare, reagiert immer mit Kalk. Je nachdem, in welcher Region Du lebst, hast Du davon viel oder weniger im Wasser. Bei letzterem kannst Du froh sein, denn der Kalk bewirkt, dass Dein Haar nach dem Waschen mit Seife aussieht und sich anfühlt wie ein schlechter Scherz. Das ist Kalkseife. Die müssen wir eliminieren und das schaffen wir mit einer sauren Rinse. Diese beseitigt das eklige Gefühl auf den Kopf und stellt die saure Umgebung wieder her, in die wir soeben mit der basischen Seife eingegriffen haben.

Dazu bereitest Du Dir vor dem Waschen am Besten einen Liter warmes Wasser vor und fügst zwei Esslöffel milde Säure (Obstessig oder Zitronensaft (*)) dazu, nach dem Ausspülen der Seife kippst Du Dir die Lösung über den Kopf, schaust, dass Du alles triffst und fertig ist die Laube. Kein Ausspülen nötig. Die saure Rinse ist übrigens Dein natürlicher Conditioner – sie macht das Haar schön glänzend und gut kämmbar. Du musst sie nicht mit Wasser ausspülen, der saure Geruch verfliegt, wenn das Haar getrocknet ist. Wenn das Wasser in Deinem Wohnort nicht kalkhaltig ist, kannst Du es ohne Rinse versuchen oder einfach mit kaltem Wasser nachspülen. Hier ist experimentieren gefragt.

Fazit

Es kann sein, dass Dein Haar ein wenig Zeit braucht, sich an die neue Waschmethode zu gewöhnen, aber wenn Du geduldig bist, kann es passieren, dass Du mit tollem Haar belohnt wirst, das Du nur noch selten waschen musst und das kräftig nachwächst.

Dieser Artikel stellt meine Erfahrungen dar. Ich habe vor über zehn Jahren angefangen, mich mit diesem Thema zu beschäftigen und habe es quasi studiert. Trotzdem bin ich auch schon hin und wieder an meine Wissensgrenzen gestoßen und habe KundInnen gehabt, bei denen das Waschen mit Seife einfach nicht funktioniert hat. Darum hier als Fazit mein Expertinnen-Tipp: wenn es klappt, ist es super und schön, wenn nicht – Scheiß drauf: es sind nur Haare. ❤️


* Die Überfettung ist der nicht verseifte Anteil von Fett in der Seife. Sie legt sich pflegend auf die Kopfhaut und konditioniert sie. Die in Shampoos enthaltenen Tenside trocknen die Kopfhaut extrem aus. Der Köper produziert stante pede Talg nach, der sich schützend auf die Haut legt. Beim Verwenden von Shampoo gilt: je häufiger Du wäschst, desto häufiger wäschst Du. Das mag im ersten Moment seltsam klingen, entspricht aber der Wahrheit, lass den Satz mal wirken. Die Überfettung sorgt dafür, dass der Körper sich langsam daran gewöhnt, weniger Talg zu produzieren. Je höher sie ist, desto weniger schnell musst Du Dir die Haare waschen.

* Verwende Zitronensaft lieber nur bei hellem Haar, denn auch wenn hier nur sehr wenig davon zum Einsatz kommt, kann es die Längen doch immer noch ein bisschen ausbleichen.