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  • Was genau passiert bei e.e.m.?

    Seifentisch

    Als Inhaberin eines kleinen Unternehmens mache ich tausend Sachen. Angefangen hat es vor 5 Jahren als reiner Einzelhandel. Im Laufe der Zeit ist jedoch so viel dazu gekommen, dass mir manchmal schwindelig wird und ich Schwierigkeiten habe, zu benennen, um WAS genau es eigentlich bei e.e.m. geht. 

    Verkauf

    Ich verkaufe Nischenprodukte. JedeR, der oder die mag, soll bei mir Alternativen zu Einwegartikeln finden. Weil ich mich nicht auf ein Genre festlegen will, gibt es also was fürs Badezimmer, für die Küche und für unterwegs. Es werden sicher laufend neue Sachen hinzukommen, aber eines ist mir immer wichtig: ich arbeite ausschließlich mit Unternehmen zusammen, die mir sympathisch sind. Es muss eine gemeinsame Ebene geben, nur dann fühlt es sich für mich gut und richtig an. 

    Herstellung

    Ich stelle Seifen für Unternehmen und für private Veranstaltungen her, die ich nach Bedarf personalisiere. Anstatt eines Kulis mit Firmenlogo können so Seifen an (potentielle) KundInnen weitergegeben werden, das ist schön und nachhaltig und bleibt sicherlich in Erinnerung. Genauso nehmen aber auch Heiratende dieses Angebot wahr. Sie machen ihren Gästen gleichzeitig ein schönes Geschenk und haken die Tischkartensache ab, indem ich einfach die jeweiligen Namen in die Seife stemple. Letztlich sind der eigenen Kreativität da keine Grenzen gesetzt. Seife passt halt irgendwie immer.

    Social Media

    Ich rede auf Social Media über Dinge, die mich persönlich umtreiben. Vor einiger Zeit habe ich meinen zweiten Account gelöscht, weil mir auffiel, dass die Menschen, die mir folgen, auch interessiert, was ich neben Seifenherstellung und -vertrieb zu sagen habe. Ich dachte mir – eigentlich kann das auch nebeneinander existieren. Und das tut es jetzt. Im Moment beschäftigt mich ein Thema, dass ich noch nie in meinem Leben so richtig angefasst habe, nämlich Ernährung und Sport. Für manche funktioniert diese Co-Existenz, manchen ist es zu persönlich. Die Leute kommen und gehen und das ist okay so. Ich freue mich über jedeN, der oder die mit mir interagiert.

    Apropo’s – gibt es Themen, die Dich noch interessieren? Über was könnte ich noch schreiben? Was fehlt Dir?

  • Rückblick auf 4 1/2 Jahre Erica

    Antje schneidet Seife

    So lange bin ich jetzt schon selbstständig, manchmal kann ich es kaum fassen. Es wird Zeit, für einen Rückblick auf die letzten Jahre.

    Als ich Erica 2017 eröffnete, hatte ich, trotz entsprechender Ausbildung, nicht viel Ahnung von betriebswirtschaftlichen Dingen. Was mich antrieb, war der Drang nach Selbstständigkeit. Ich hatte in den letzten Jahrzehnten in verschiedenen Läden gearbeitet und Gehälter ausgezahlt bekommen, die mir die Tränen in die Augen trieben. Ich hatte keine Lust mehr, mich ausbeuten zu lassen. Also lieh ich mir von einem Freund Geld und machte mich auf die Ladensuche. Ab sofort wollte ich mich selbst ausbeuten (hahaha). 

    Die anfängliche Suche beschränkte sich auf die Stadtbezirke Mitte und Friedrichshain. Wenn nicht dort, wo dann könnte ein Laden für Naturkosmetik funktionieren? Allerdings merkte ich bald, dass sich das nicht so richtig gut anfühlte. Zum einen: ich hatte keinen Bock auf den langen Arbeitsweg und zum anderen: ich dachte, diese Bezirke sind, wie sich ins gemachte Nest zu setzen. Neukölln hatte einen nachhaltigen Laden viel nötiger! Also tat ich das einzig Unvernünftige und suchte in meiner Hood. In die Ruine, die die Hausverwaltung als Ladengeschäft in B-Lage betitelte, verliebte ich mich sofort und ab dann ging alles superschnell – ich zog mir nen Blaumann an und renovierte auf die denkbar stümperhafteste Weise diese runtergerockte Bude. Von Böden abschleifen bis streichen waren alle Dinge dabei, von denen ich absolut keine Ahnung habe und im Oktober dann eröffnete ich. 

    Bei der Produktauswahl bekam ich im Vorfeld den Tipp, sogenannte Verkaufsgaranten mit an Bord zu nehmen, was ich auch umsetzte, obwohl es sich nicht so richtig gut anfühlte. Eigentlich hatte ich damals schon mehr Bock auf Nische! Witzigerweise schluckte L’Oréal ein paar Monate später die Firma Logocos (Logona und Sante) und damit war meine Entscheidung, hauptsächlich mit kleinen HerstellerInnen zu arbeiten, in Stein gemeißelt. Auf den Restbeständen blieb ich sogar noch sitzen, als ich sie 50% reduzierte. 

    Ich stellte nach und nach das Sortiment um und Erica wurde immer interessanter für Menschen, die auf der Suche nach nachhaltigen Kosmetikprodukten waren. Die große Range an Haarseifen hatte ich von Beginn an, das war mir wichtig, weil ich mir eine kompetente Beratung gewünscht hätte, als ich selbst mit der Umstellung begann. 

    Etwa ein Jahr lang stand ich täglich in diesem Laden und musste Fragen beantworten wie „Wieso soll ich bei dir 5 Euro für ein Stück Seife bezahlen, wenn ich es bei DM für 1 Euro kaufen kann?“ und „Lohnt sich das hier überhaupt?“.  

    Bis zu diesem denkbaren Augenblick, als im privaten Fernsehen eine Sendung ausgestrahlt wurde, in der ein Mann als Experiment seine Nahrung ausschließlich aus Plastikgeschirr aufnahm und am Ende dann ärztlich diagnostiziert bekam, dass Partikel davon in seinem Hirn gelandet seien. Oder so ähnlich. 

    Ab diesem Zeitpunkt rannte man mir die Bude ein. KundInnen wollten massenweise Ihre Shampoos und Duschgele fortwerfen und sie gegen feste Produkte austauschen. Ich musste sehr viel Überzeugungsarbeit leisten und beruhigen und auch manchmal schimpfen. Aber eines wurde mir klar: ich galt als eine Art Pionierin, weil ich auf keinen fahrenden Zug aufgesprungen war, sondern mich schon vor Erica viele Jahre mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt hatte. Die Leute vertrauten mir. 

    Der Laden lief gut, ich veränderte mich stetig, nahm Produkte hinzu, stieß einige wieder ab, bot Zero Waste-Workshops an, begann, selbt zu produzieren und im vierten Jahr dann kam Corona. Obwohl ich als systemrelevant galt und öffnen durfte, kam kaum noch jemand in den Laden. Zusammen mit meiner Freundin Maria, die eine Granate in Sachen PR ist, baute ich den Onlineshop neu auf, weil sich alles nur noch dort abspielte. Auch nach zwei Jahren Pandemie ist das noch so. Die Menschen haben ihr Einkaufsverhalten verändert, das Konzept von Erica, unterdessen e.e.m. funktionierte nicht mehr so, wie ich es mir anfangs ausgemalt hatte. Und was noch vor einem Jahr unfassbar frustrierend für mich war, sehe ich jetzt als eine Chance, mich zu verändern und zu wachsen. Ich habe richtig Bock! 

    In Zukunft werde ich meine Zelte in Schöneberg aufschlagen. Die Ladenfläche wird sehr viel kleiner und ich werde, bis auf wenige Ausnahmen, nur eigene Produkte anbieten. Der Produktionsbereich wird sich wesentlich vergrößern, weil mein neues Angebot „personalisierte Seifen für Unternehmen“ gut angenommen wird. Ich stelle keine 20 Seifen mehr her, sondern 1000. 

    Vieles ist anders als vor 5 Jahren, aber das ist schön und gut und macht unfassbar viel Spaß. Ich arbeite mit tollen Menschen zusammen und bin glücklich und demütig, nicht die Schürze hingeschmissen zu haben.

    Wir sehen uns in Schöneberg!

    Damals noch mit roten Haaren. Foto: Magdalena Vidovic
  • Wie Erica zu e.e.m. wurde

    Erica Schaufenster

    Seit vier Monaten darf ich den Namen Erica wegen einer Markenrechtsverletzung nicht mehr benutzen. Kinder, wie die Zeit vergeht. 

    Natürlich taucht er noch auf, das lässt sich garnicht vermeiden. Ich habe massenhaft alte Aufkleber und Sticker, manche GeschäftspartnerInnen haben es noch nicht geschafft, den Namen zu ändern und über meinem Laden steht auch noch Erica. Da ich ohnehin bald ausziehe, erledige ich das in einem Abwasch. Für den neuen Shop lasse ich ein Nasenschild anfertigen, so eins wollte ich schon immer haben. Nicht nur wegen des Namens, aber auch.

    Markenanmeldung – ja oder nein?

    In der letzten Zeit fragen mich immer wieder UnternehmerInnen, ob ich es für sinnvoll erachte, eine Marke anzumelden oder nicht. Meine Antwort lautet klar und deutlich: ja! Als ich Erica 2017 gründete, habe ich als einzige Maßnahme mal kurz recherchiert, ob es weitere Shops mit diesem Namen gibt. Das war’s. Lustigerweise kam mir die niederländische Erica, die es immerhin seit mehreren Jahrzehnten gibt, damals nicht unter. Das spricht nicht für meine Google-Fähigkeiten. Völlig logisch hat diese Firma auf Ihr Recht bestanden, denn sie hatte die weltweiten Rechte angemeldet und sowas ist wirklich teuer, vor allem, wenn man jemand Professionellen damit beauftragt. Noch schlimmer wird es, wenn das verklagende Unternehmen gleich die Anwälte schickt und das ist offenbar keine Seltenheit. Es muss uns klar sein, dass sich in der kapitalistischen Welt viele armselige Arschlöcher tummeln, die es geil finden, auf kleine Menschen rumzudrücken. Ich hatte Glück, die niederländische Erica war sehr nett!

    Nach und nach wird sich also e.e.m. durchsetzen und nicht nur ich, sondern auch die meisten meiner KundInnen haben sich längst daran gewöhnt. Viele wissen schon, dass meine geliebte Großmutter Erika hieß und ich den Laden nach ihr benannt habe. e.e.m. bedeutet Erika Emma Minna – die drei Vornamen von Oma. Sie bleibt also im Unternehmen und das ist für mich das Wichtigste. Alles andere wird sich fügen. Wie immer.

  • #truestory

    Seifen Natur

    Fatai stolpert in den Laden, so voller Pakete, dass er nicht mehr nach vorne sehen kann. Er stoppt mitten im Raum, balanciert die Pakete aus, schwankt dabei und seine Nase zuckt.

    Haaaa…“, macht er.

    Alle gehen in Deckung und der Boden erzittert unter seinem Nieser, Viren fliegen durch die Gegend. Und Pakete.

    Da sind Bonbons vorne an der Kasse, probier mal eins, gut gegen Erkältung“, sage ich. „Erkältung? Quatsch, das kann ich mir überhaupt nicht erlauben!

    Aber er geht zur Kasse und freut sich noch beim Hinausgehen so sehr, dass ich mich schäme, ihm nicht schon immer und jedes Mal Bonbons angeboten zu haben, ihm, dem einzigen Hermes-Boten, mit dem ich mich noch unterhalten kann, während er täglich die Pakete für den gesamten Häuserblock in meinen winzigen Flur stapelt.

    Solche muss man sich warmhalten. Sind Gold wert.

    Aber jetzt fliegt die Tür noch einmal auf und er steht wieder im Rahmen, mit knallrotem Kopf, die Augen riesengroß, beide Hände vor dem Mund. „Mmmh- Mmmmrhaaaaaah!!

    Er holt ein Stück Probierseife aus der Tasche, hält es anklagend in die Luft. Ein Stück Seife mit seinem Gebissabdruck, richtig ein Stück rausgebissen ist da. Die Probierseife, aus dem anderen Glas, gleich neben den Bonbons an der Kasse.

    Ich kann einfach nicht anders, denn es macht plop und an seiner Hand vorbei stiehlt sich eine winzige Seifenblase aus seinem Mund, ich muss einfach lachen, es geht nicht anders.

    Auch, als ich ihm auf den Rücken klopfe, während er mir direkt vor die Türe kotzt. Auch da lache ich noch.

    Vergiften! Du willst mich vergiften!“, japst er, aber ich sehe schon kleine Lachfältchen um die Augen, er spuckt aus, grinst kurz und röchelt dann wieder.

    Es tut mir wirklich leid“, sage ich und räume das Bonbonglas rüber auf die andere Kassenseite.

    Das kostet aber“, sagt er. Streckt die Hand aus.

    Ich lege ihm ein Bonbon rein.

    Aber er betrachtet sein Bonbon genau. Schält es andächtig aus dem Papier. Wirft es sich in den Mund.

    Zerbeißt es und es kracht im ganzen Laden. Eine ältere Kundin verzieht das Gesicht.

    Bis morgen!“, sagt er. Macht einen Riesenschritt über die Kotze vor der Tür.

    Ja, solche sind echt Gold wert.

    Muss man sich warmhalten.

  • Warum ich keine Kooperationen eingehe

    Obwohl ich meinen Zwanzigern längst entwachsen bin, ist mir natürlich bewusst, dass Werbung heute anders abläuft, als damals. Radio-, Fernseh- und Printanzeigen sind nicht mehr aktuell, denn heute werben wir geschlossen in Social Media. Was für viele UnternehmerInnen offenbar gut funktioniert, löst bei mir ein langanhaltendes Stirnrunzeln aus. Da ich keine permanenten Falten will, habe ich entschieden, das Thema Influencer-Marketing zu den Akten zu legen.

    In den letzten zwei Jahren habe ich mehrmals Pakete gepackt und sie zu Menschen geschickt, die auf Instagram über eine große Reichweite verfügen. Natürlich nicht initiativ, sondern abgesprochen. Was erhoffte ich mir davon? Keine Ahnung, ehrlich gesagt. Vielleicht ein paar mehr FollowerInnen, einige verkaufte Seifen, sowas halt. Was bekam ich? Nichts plus Ware, die ich abschreiben musste. Für ein kleines Unternehmen wie eem ist das sehr bitter, denn dieses Geld fehlt. Ich hätte es genauso gut dem Obdachlosen Ercan geben können, der jeden Tag vor meinem Laden anhängt. Das wäre weitaus sinnvoller gewesen.

    Ich bekomme nahezu täglich Anfragen, von kleineren InfluencerInnen. Teilweise nett, aber oft auch sehr dreist und durchschaubar. Einige besonders Schlimme zeige ich meinem Mann und wir lachen dann ein bisschen darüber. Mir ist schon klar, dass auch diese Anfragen den Sinn erfüllen, möglicherweise ein Unternehmen aufzubauen und ich habe Respekt davor, wenn jemand hart daran arbeitet, sich selbstständig zu machen. Aber ich habe keinen Respekt, wenn Anfragen unfreundlich und fordernd formuliert werden. Wir alle wissen nicht viel voneinander. Möglicherweise denkt jemand, der den Webshop von eem sieht, dass das Unternehmen viel Geld abwirft. Butter bei die Fische: dem ist nicht so. Ich arbeite mir jeden Tag den Arsch ab, um es auf solide Beine zu stellen. Warum das nach fast 5 Jahren noch so ist, kann ich gerne mal an anderer Stelle erläutern. Aber ich liebe meinen Job, also was soll’s.

    Mein Entschluss, keine Energie (und vor allem kein Geld) mehr in Influencer-Marketing zu stecken, steht erstmal fest. Vielleicht ist das irgendwann anders, ich halte das Ende offen, denn Meinungen ändern sich und das ist auch gut.

  • Was macht mich als Expertin besonders?

    Ich bin mit Punk sozialisiert worden. Die Mischung aus Obsession zur Musik, Auflehnung gegenüber Ungerechtigkeiten und vor allem der DIY-Gedanken haben mich immer fasziniert. Am Anfang meiner 20er habe ich mit dem Schreiben für Fanzines begonnen und weil mir damals die Frauenquote in diesem Genre zu niedrig erschien, habe ich einfach ein Eigenes gemacht. Ich war grad aus einer missglückten Lebenssituation für eine Weile zurück in das heimische Elternnest gezogen und hatte auf dem Dorf viel Zeit. So habe ich drei Ausgaben des „Inkognito“ innerhalb kürzester Zeit geschrieben, zusammengeschnipselt, kopiert, getackert und für eine Mark verkauft. Ich glaube nicht, dass heute noch eins davon existiert.

    Dieses DIY-Ding zieht sich soweit durch mein ganzes Leben – wenn ich mich für irgend etwas besonders interessiere, dann eigne ich mir das Wissen dazu selbstständig an. Als ich vor neun Jahren schwanger wurde, liefen mir das erste Mal Haarseifen über den Weg. Damals konnte man noch nicht so einfach auf Hintergrundwissen zugreifen und so habe ich mich durch Foren gelesen und viele Fragen gestellt. Vor allem ein großes Forum (ich werde aus Gründen von Loyalität keinen Namen erwähnen) fand ich richtig ätzend. Es waren fast ausschließlich Hardcore-ExpertInnen dort unterwegs, die Dich behandelten, als seist Du der Dreck unter ihren Fingernägeln. Auf so ein Verhalten hatte ich keine Lust.

    Mit den Jahren perfektionierte ich durch Trial and Error meine Seifenroutine und ja, ich weiß, es geht nur ums Haarewaschen, aber es ist eben auch eine gute Methode, seinen Schopf gesund und kraftvoll zu züchten. Und um das zu schaffen, braucht es Wissen. Und das habe ich. Punkt.

    Ich beschäftige mich also seit neun Jahren mit Naturkosmetik, mit Wirkstoffen, Ölen und eben Seifen. Als ich den Laden vor knapp 5 Jahren eröffnete, hatte ich die Vision, einen Ort zu schaffen, wo sich jedeR willkommen und gut aufgehoben fühlt. Es gibt kein von oben herab, kein „Was? Das weißt Du nicht?“ und keine Abfertigungen. Wenn Du mit einer Frage kommst, werde ich sie beantworten, sodass Du, wenn Du den Laden wieder verlässt, schlauer bist als zuvor. Natürlich weiß ich längst nicht alles, darum wirst Du mich auch mal recherchieren sehen, wenn ich überfragt bin. Ich gebe Dir gerne mein Wissen weiter, weil ich will, dass Du glücklich bist mit dem, was Du (bei mir) kaufst. Und ich schicke Dich auch nach Hause, ohne, dass Du etwas gekauft hast. Nämlich dann, wenn ich glaube, dass Du es nicht brauchst. Das macht es besonders. Ich freue mich, wenn Du kommst!

  • Warum ich wieder in den Alltag zurückgehe.

    Knapp acht Wochen sind viele von uns nun schon gelähmt. Einige haben einen steifen Nacken vom vielen Kopfschütteln. Mein Körper hat sich für einen erneuten Bandscheibenvorfall entschieden, auch clever. Da ich seit meinen Zwanzigern schon weiß, dass körperliche Reaktionen eng in Verbindung mit psychischen Störungen stehen, war das für mich der Hinweis, jetzt wieder Normalität in meinen Alltag zu bringen, auch wenn sich das paradox anhört. Und möglicherweise sogar egoistisch.

    • Alltag schafft einen klaren Kopf. Was passiert, wenn ich den ganzen Tag vor der Kiste sitze und den Newsticker refreshe? Ich tauche mit Haut und Haaren ins Geschehen ein und lasse keine anderen Gedanken mehr zu. Ich habe aber ein kleines Kind, einen Ehemann, Freunde, Familie und ein Unternehmen. Um all das will ich mich auch kümmern.
    • Es bringt niemandem etwas, wenn ich Zombimäßig durch die Welt laufe und nicht mehr weiß, was direkt neben mir geschieht. Meine Augenringe gehen unterdessen bis zu den Knien, nicht mal Concealer hält sie mehr auf. Ich agiere viel sinnvoller, wenn ich ausgeruht bin und nicht die ganze Zeit Grütze rede.
    • Ich kann besser in die Zukunft sehen, wenn ich das „große Ganze“ überblicke. Mein Business, meine freie Zeit und das Weltgeschehen dürfen nebeneinander existieren.

    Es wird also wieder alltägliche Inhalte von mir geben, die nichts mit unseren ukrainischen und russischen Freunden zu tun haben. Ich werde morgens und abends Nachrichten konsumieren und nicht mehr den ganzen Tag. Meine Soli-Aktion bleibt weiterhin bestehen. Ich konnte schon 700 Euro an Vostok SOS spenden und es soll noch viel mehr werden.

    Im Folgenden noch eine Liste von Informationsquellen meiner Wahl:

    Xena berichtet täglich mehrmals live aus dem Westen der Ukraine. Ihr Wissen ist unerschöpflich und ihr Humor göttlich. Ich verfolge sie hauptsächlich auf TikTok oder Twitter.

    Kristina sitzt mit ihrer Familie in Kiew fest und erzählt von ihrem Alltag. Morgens schaue ich immer als erstes, wie es ihr geht.

    Valeria ist unterdessen nach Italien geflüchtet, aber auch sie hat direkt aus Kiew gesendet und jeden Tag kleine Videos gemacht, bei denen einem die Kinnlade runtergekippt ist.

    Das Katapult-Magazin sitzt in Greifswald und berichtet jeden Tag kurz und knapp und ohne Bilder. Ich habe die Printausgabe abonniert, aber auch den Kanal auf Instagram.

    Für mehr Infos und Hintergründe lese ich die Zeit.

  • Eine Ode an das Hagebuttenöl

    Bis ich 30 wurde, hatte ich die schönste und reinste Haut, auch während meiner Pubertät hatte ich nie Pickel. Dieser Zustand änderte sich, weil ich mit der Einnahme von Psychopharmaka begann, meine Depression zu bekämpfen – meine Haut verschlechterte sich innerhalb kürzester Zeit. Ich bekam an den Wangen großflächig große, rote und schmerzende Pickel, es war fürchterlich. 

    Damals war meine erste Anlaufstelle ein Dermatologe, der mir die gängigen Salben verschrieb, die alle nichts nützten. Ich testete sauviele Mittelchen aus Apotheken und Drogerien und gab ein Vermögen für Make up aus. Nichts half. 

    Und als ich mich nach Jahren schon fast damit abgefunden hatte, bis zum Ende meines Lebens mit unreiner Haut zu fristen, las ich einen Artikel über Hagebuttenöl, auch Wildrosenöl genannt.

    Es enthält

    • Vitamin A und E (Regulation der Talgproduktion und Beschleunigung von Regenerationsprozessen) und
    • essentielle Fettsäuren, außerdem
    • Phenole, die antivirale und antibakterielle Eigenschaften haben.
    • Retinoide reduzieren Hyperpigmentierung (für Menschen mit Pigmentflecken interessant).
    • Vitamin C ist für die Bekämpfung von Unreinheiten zuständig und hat eine klärende und entzündungshemmende Wirkung. 
    • Auch interessant der rote Pflanzenfarbstoff Lycopin. Der schützt vor freien Radikalen, die die Haut altern lassen.

    Hagebuttenkernöl ist nicht komedogen, verstopft also nicht Deine Poren. Jede Art von Haut kann von diesem Öl profitieren, dewegen wird es auch oft als „Beauty-Öl“ bezeichnet. 

    Trage es 2 mal am Tag auf die gereinigte und noch feuchte Gesichtshaut auf und staune über die Veränderung, die Deine Haut erleben wird. Du kannst Squalan oder Hyaluron hinzufügen, um für mehr Feuchtigkeit zu sorgen. 

    Meine Haut hat sich signifikant verbessert und der Zustand bleibt seit Jahren stabil. Ich habe immer noch Pickel, aber längst nicht mehr so übel wie vor 10 Jahren und darüber hinaus freue ich mich, weil bei mir nur ein Fläschchen im Bad steht und nicht mehr 100 Tuben und Tiegel. 

    Welches Produkt aus der Natur hat Deine Skincare aufgewertet?

  • Warum ich trotz schlechter Haut einen Laden für Naturkosmetik habe

    Ich bekomme hin und wieder mal die Frage gestellt, wie es sein kann, dass ich einen Laden für Naturkosmetik und trotzdem so schlechte Haut habe. Oder warum ich blaue Haare habe, tätowiert und gepierct bin und ständig dreckige Witze mache. Das passt doch nicht zusammen!

    Anfangs hat mich das verletzt, weil ich es so übergriffig fand, dass ich auf offensichtliche Unzulänglichkeiten in meinem Gesicht angesprochen werde. Ich finde es noch immer übergriffig, aber ich scheiße unterdessen drauf, was Menschen über mich denken, die mir charakterlich so sehr fern sind. 

    Meine Haut ist schlecht, weil ich täglich Antidepressiva nehme. Bevor ich vor 13 Jahren mit der Einnahme begonnen habe, war meine Haut makellos. Jetzt ist sie teilweise wirklich schlimm, dafür habe ich aber nicht mehr alle paar Tage den Wunsch, aus dem Fenster zu springen. Was ist besser?

    Meine Haut ist unfassbar trocken. Besonders im Winter ist das oft so extrem, dass keine Pflege es in den Griff bekommt. Ich erwarte dann in der Regel vorfreudig den Frühling, dann beruhigt sich das.

    Ich bin 42 Jahre alt. Ich habe Falten. So ist das nun mal, die bekommt jedeR. Auch der Hals beginnt zu hängen. Herzlichen Glückwunsch. Kann man nicht ändern. Wenn mich das irgendwann stören sollte, werde ich über plastische Chirurgie nachdenken. 

    Es ist mir egal, was fremde Menschen über mich denken, das bedeutet mir nichts, das trifft mich auch nicht (mehr). Wichtig ist, wie ich mich fühle. Ich werde immer das tun, was sich für mich richtig und gut anfühlt. 

  • Meine 12 von 12 im März

    Es ist soweit – ich darf das Haus wieder verlassen.
    Gleich mal die ganzen Ersparnisse in den Tank bolzen und das Kind von den Großeltern abholen.
    Ich, wie ich mich freue, dass meine Sonnenbrille exakt mit der Haarfarbe harmoniert. Es sind die kleinen Freuden des Lebens.
    Während der Quarantäne habe ich begonnen, meinen Oberschenkel zu tätowieren.
    Mein Lieblingstätowierer wird’s wohl bei Gelegenheit richten müssen.
    Meiner bescheidenen Meinung nach ist die Mülleimerdichte in Neukölln ausbaufähig.
    Seit zwei Jahren habe ich jetzt eine Baustelle vor der Tür. Das Schlimmste sind die Planierraupen und der Gestank des Dixiklos.
    In Zeiten wie diesen bin ich glücklich über Schneeglöckchen.
    Das wird die nächste Charge Soli-Seifen.
    Während der ersten Welle von Hamsterkäufen war Duplo ständig ausverkauft, was ich bei Instagram öffentlich moniert habe. Seitdem bringt mir eine Kundin immer, wenn sie zum Seife kaufen kommt, ne Packung mit. Zauberhaft!
    Eine neue Seife ist in die Seifenfamilie eingezogen.
    Außerdem: der neue Staubsauger wartet sehnsüchtig darauf, benutzt zu werden.