Naturkosmetik, Persönliches

Warum ich keine Kooperationen eingehe

Obwohl ich meinen Zwanzigern längst entwachsen bin, ist mir natürlich bewusst, dass Werbung heute anders abläuft, als damals. Radio-, Fernseh- und Printanzeigen sind nicht mehr aktuell, denn heute werben wir geschlossen in Social Media. Was für viele UnternehmerInnen offenbar gut funktioniert, löst bei mir ein langanhaltendes Stirnrunzeln aus. Da ich keine permanenten Falten will, habe ich entschieden, das Thema Influencer-Marketing zu den Akten zu legen.

In den letzten zwei Jahren habe ich mehrmals Pakete gepackt und sie zu Menschen geschickt, die auf Instagram über eine große Reichweite verfügen. Natürlich nicht initiativ, sondern abgesprochen. Was erhoffte ich mir davon? Keine Ahnung, ehrlich gesagt. Vielleicht ein paar mehr FollowerInnen, einige verkaufte Seifen, sowas halt. Was bekam ich? Nichts plus Ware, die ich abschreiben musste. Für ein kleines Unternehmen wie eem ist das sehr bitter, denn dieses Geld fehlt. Ich hätte es genauso gut dem Obdachlosen Ercan geben können, der jeden Tag vor meinem Laden anhängt. Das wäre weitaus sinnvoller gewesen.

Ich bekomme nahezu täglich Anfragen, von kleineren InfluencerInnen. Teilweise nett, aber oft auch sehr dreist und durchschaubar. Einige besonders Schlimme zeige ich meinem Mann und wir lachen dann ein bisschen darüber. Mir ist schon klar, dass auch diese Anfragen den Sinn erfüllen, möglicherweise ein Unternehmen aufzubauen und ich habe Respekt davor, wenn jemand hart daran arbeitet, sich selbstständig zu machen. Aber ich habe keinen Respekt, wenn Anfragen unfreundlich und fordernd formuliert werden. Wir alle wissen nicht viel voneinander. Möglicherweise denkt jemand, der den Webshop von eem sieht, dass das Unternehmen viel Geld abwirft. Butter bei die Fische: dem ist nicht so. Ich arbeite mir jeden Tag den Arsch ab, um es auf solide Beine zu stellen. Warum das nach fast 5 Jahren noch so ist, kann ich gerne mal an anderer Stelle erläutern. Aber ich liebe meinen Job, also was soll’s.

Mein Entschluss, keine Energie (und vor allem kein Geld) mehr in Influencer-Marketing zu stecken, steht erstmal fest. Vielleicht ist das irgendwann anders, ich halte das Ende offen, denn Meinungen ändern sich und das ist auch gut.

Allgemein, Naturkosmetik

Was macht mich als Expertin besonders?

Ich bin mit Punk sozialisiert worden. Die Mischung aus Obsession zur Musik, Auflehnung gegenüber Ungerechtigkeiten und vor allem der DIY-Gedanken haben mich immer fasziniert. Am Anfang meiner 20er habe ich mit dem Schreiben für Fanzines begonnen und weil mir damals die Frauenquote in diesem Genre zu niedrig erschien, habe ich einfach ein Eigenes gemacht. Ich war grad aus einer missglückten Lebenssituation für eine Weile zurück in das heimische Elternnest gezogen und hatte auf dem Dorf viel Zeit. So habe ich drei Ausgaben des „Inkognito“ innerhalb kürzester Zeit geschrieben, zusammengeschnipselt, kopiert, getackert und für eine Mark verkauft. Ich glaube nicht, dass heute noch eins davon existiert.

Dieses DIY-Ding zieht sich soweit durch mein ganzes Leben – wenn ich mich für irgend etwas besonders interessiere, dann eigne ich mir das Wissen dazu selbstständig an. Als ich vor neun Jahren schwanger wurde, liefen mir das erste Mal Haarseifen über den Weg. Damals konnte man noch nicht so einfach auf Hintergrundwissen zugreifen und so habe ich mich durch Foren gelesen und viele Fragen gestellt. Vor allem ein großes Forum (ich werde aus Gründen von Loyalität keinen Namen erwähnen) fand ich richtig ätzend. Es waren fast ausschließlich Hardcore-ExpertInnen dort unterwegs, die Dich behandelten, als seist Du der Dreck unter ihren Fingernägeln. Auf so ein Verhalten hatte ich keine Lust.

Mit den Jahren perfektionierte ich durch Trial and Error meine Seifenroutine und ja, ich weiß, es geht nur ums Haarewaschen, aber es ist eben auch eine gute Methode, seinen Schopf gesund und kraftvoll zu züchten. Und um das zu schaffen, braucht es Wissen. Und das habe ich. Punkt.

Ich beschäftige mich also seit neun Jahren mit Naturkosmetik, mit Wirkstoffen, Ölen und eben Seifen. Als ich den Laden vor knapp 5 Jahren eröffnete, hatte ich die Vision, einen Ort zu schaffen, wo sich jedeR willkommen und gut aufgehoben fühlt. Es gibt kein von oben herab, kein „Was? Das weißt Du nicht?“ und keine Abfertigungen. Wenn Du mit einer Frage kommst, werde ich sie beantworten, sodass Du, wenn Du den Laden wieder verlässt, schlauer bist als zuvor. Natürlich weiß ich längst nicht alles, darum wirst Du mich auch mal recherchieren sehen, wenn ich überfragt bin. Ich gebe Dir gerne mein Wissen weiter, weil ich will, dass Du glücklich bist mit dem, was Du (bei mir) kaufst. Und ich schicke Dich auch nach Hause, ohne, dass Du etwas gekauft hast. Nämlich dann, wenn ich glaube, dass Du es nicht brauchst. Das macht es besonders. Ich freue mich, wenn Du kommst!

Naturkosmetik

Eine Ode an das Hagebuttenöl

Bis ich 30 wurde, hatte ich die schönste und reinste Haut, auch während meiner Pubertät hatte ich nie Pickel. Dieser Zustand änderte sich, weil ich mit der Einnahme von Psychopharmaka begann, meine Depression zu bekämpfen – meine Haut verschlechterte sich innerhalb kürzester Zeit. Ich bekam an den Wangen großflächig große, rote und schmerzende Pickel, es war fürchterlich. 

Damals war meine erste Anlaufstelle ein Dermatologe, der mir die gängigen Salben verschrieb, die alle nichts nützten. Ich testete sauviele Mittelchen aus Apotheken und Drogerien und gab ein Vermögen für Make up aus. Nichts half. 

Und als ich mich nach Jahren schon fast damit abgefunden hatte, bis zum Ende meines Lebens mit unreiner Haut zu fristen, las ich einen Artikel über Hagebuttenöl, auch Wildrosenöl genannt.

Es enthält

  • Vitamin A und E (Regulation der Talgproduktion und Beschleunigung von Regenerationsprozessen) und
  • essentielle Fettsäuren, außerdem
  • Phenole, die antivirale und antibakterielle Eigenschaften haben.
  • Retinoide reduzieren Hyperpigmentierung (für Menschen mit Pigmentflecken interessant).
  • Vitamin C ist für die Bekämpfung von Unreinheiten zuständig und hat eine klärende und entzündungshemmende Wirkung. 
  • Auch interessant der rote Pflanzenfarbstoff Lycopin. Der schützt vor freien Radikalen, die die Haut altern lassen.

Hagebuttenkernöl ist nicht komedogen, verstopft also nicht Deine Poren. Jede Art von Haut kann von diesem Öl profitieren, dewegen wird es auch oft als „Beauty-Öl“ bezeichnet. 

Trage es 2 mal am Tag auf die gereinigte und noch feuchte Gesichtshaut auf und staune über die Veränderung, die Deine Haut erleben wird. Du kannst Squalan oder Hyaluron hinzufügen, um für mehr Feuchtigkeit zu sorgen. 

Meine Haut hat sich signifikant verbessert und der Zustand bleibt seit Jahren stabil. Ich habe immer noch Pickel, aber längst nicht mehr so übel wie vor 10 Jahren und darüber hinaus freue ich mich, weil bei mir nur ein Fläschchen im Bad steht und nicht mehr 100 Tuben und Tiegel. 

Welches Produkt aus der Natur hat Deine Skincare aufgewertet?