Rohstoffe in Glas abgefüllt
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Warum du jeden Tag die Welt ein Stückchen besser machen kannst

Ich höre das häufiger: Was bringt es, wenn ich meine Lebensumstände ändere, wenn es andere nicht tun? Ich kann doch alleine ohnehin nichts bewirken. Das stimmt nicht und ich erkläre dir, warum. Mache die Welt zu einem besseren Ort!

Die innere Einstellung

Wenn du für etwas brennst, strahlst du das aus. Die Menschen sehen dich und was du tust.  Viel mehr, als du denkst. Jemand, der voller positiver Glaubenssätze durchs Leben latscht, gibt das wie einen Virus weiter. Wenn du nun also dein Nachhaltigkeitsding jeden Tag mit Leidenschaft durchziehst, registriert das dein Umfeld und lässt sich unter Umständen mitreißen. Win Win. 

Die Umsetzung

Wie sagte die schlaue Frau Anne-Marie Bonneau einst: „Wir brauchen keine Handvoll Menschen, die Zero Waste perfekt machen. Wir brauchen Millionen Menschen, die Zero Waste unperfekt machen.“

Genau dort liegt das Geheimnis. Stell’ dir vor, jedeR würde einfach von nun an auf Plastiktüten verzichten. Als einzige Maßnahme. Es würden keine mehr produziert werden, weil es keinen Bedarf gibt. Die Nachfrage bestimmt das Angebot. Das lässt sich auf alles übertragen.

Das Resultat

Gewohnheiten manifestieren sich. Wenn du dir angewöhnst, jeden Tag dreimal Müll von der Straße aufzuheben und in den Papierkorb zu werfen, wirst du das bald tun, ohne dich daran erinnern zu müssen. Andere Menschen werden das beobachten und vielleicht auch damit anfangen. Du löst einen Müll-Entsorgungs-Tsunamie aus – herzlichen Glückwunsch! 

Egal, ob du Nachhaltigkeit beruflich lebst, privat oder nur ein bisschen – wenn du leidenschaftlich bist und das Dogma weglässt (mit Missionarisierung verschreckst du die meisten Menschen nur), wirst du etwas zu dem Erhalt unserer wundervollen Erde beitragen und das wird sich super anfühlen. Ich schwör’.

Seifentisch
Allgemein

Was genau passiert bei e.e.m.?

Als Inhaberin eines kleinen Unternehmens mache ich tausend Sachen. Angefangen hat es vor 5 Jahren als reiner Einzelhandel. Im Laufe der Zeit ist jedoch so viel dazu gekommen, dass mir manchmal schwindelig wird und ich Schwierigkeiten habe, zu benennen, um WAS genau es eigentlich bei e.e.m. geht. 

Verkauf

Ich verkaufe Nischenprodukte. JedeR, der oder die mag, soll bei mir Alternativen zu Einwegartikeln finden. Weil ich mich nicht auf ein Genre festlegen will, gibt es also was fürs Badezimmer, für die Küche und für unterwegs. Es werden sicher laufend neue Sachen hinzukommen, aber eines ist mir immer wichtig: ich arbeite ausschließlich mit Unternehmen zusammen, die mir sympathisch sind. Es muss eine gemeinsame Ebene geben, nur dann fühlt es sich für mich gut und richtig an. 

Herstellung

Ich stelle Seifen für Unternehmen und für private Veranstaltungen her, die ich nach Bedarf personalisiere. Anstatt eines Kulis mit Firmenlogo können so Seifen an (potentielle) KundInnen weitergegeben werden, das ist schön und nachhaltig und bleibt sicherlich in Erinnerung. Genauso nehmen aber auch Heiratende dieses Angebot wahr. Sie machen ihren Gästen gleichzeitig ein schönes Geschenk und haken die Tischkartensache ab, indem ich einfach die jeweiligen Namen in die Seife stemple. Letztlich sind der eigenen Kreativität da keine Grenzen gesetzt. Seife passt halt irgendwie immer.

Social Media

Ich rede auf Social Media über Dinge, die mich persönlich umtreiben. Vor einiger Zeit habe ich meinen zweiten Account gelöscht, weil mir auffiel, dass die Menschen, die mir folgen, auch interessiert, was ich neben Seifenherstellung und -vertrieb zu sagen habe. Ich dachte mir – eigentlich kann das auch nebeneinander existieren. Und das tut es jetzt. Im Moment beschäftigt mich ein Thema, dass ich noch nie in meinem Leben so richtig angefasst habe, nämlich Ernährung und Sport. Für manche funktioniert diese Co-Existenz, manchen ist es zu persönlich. Die Leute kommen und gehen und das ist okay so. Ich freue mich über jedeN, der oder die mit mir interagiert.

Apropo’s – gibt es Themen, die Dich noch interessieren? Über was könnte ich noch schreiben? Was fehlt Dir?

Erica Schaufenster
Allgemein, Rückblick

Wie Erica zu e.e.m. wurde

Seit vier Monaten darf ich den Namen Erica wegen einer Markenrechtsverletzung nicht mehr benutzen. Kinder, wie die Zeit vergeht. 

Natürlich taucht er noch auf, das lässt sich garnicht vermeiden. Ich habe massenhaft alte Aufkleber und Sticker, manche GeschäftspartnerInnen haben es noch nicht geschafft, den Namen zu ändern und über meinem Laden steht auch noch Erica. Da ich ohnehin bald ausziehe, erledige ich das in einem Abwasch. Für den neuen Shop lasse ich ein Nasenschild anfertigen, so eins wollte ich schon immer haben. Nicht nur wegen des Namens, aber auch.

Markenanmeldung – ja oder nein?

In der letzten Zeit fragen mich immer wieder UnternehmerInnen, ob ich es für sinnvoll erachte, eine Marke anzumelden oder nicht. Meine Antwort lautet klar und deutlich: ja! Als ich Erica 2017 gründete, habe ich als einzige Maßnahme mal kurz recherchiert, ob es weitere Shops mit diesem Namen gibt. Das war’s. Lustigerweise kam mir die niederländische Erica, die es immerhin seit mehreren Jahrzehnten gibt, damals nicht unter. Das spricht nicht für meine Google-Fähigkeiten. Völlig logisch hat diese Firma auf Ihr Recht bestanden, denn sie hatte die weltweiten Rechte angemeldet und sowas ist wirklich teuer, vor allem, wenn man jemand Professionellen damit beauftragt. Noch schlimmer wird es, wenn das verklagende Unternehmen gleich die Anwälte schickt und das ist offenbar keine Seltenheit. Es muss uns klar sein, dass sich in der kapitalistischen Welt viele armselige Arschlöcher tummeln, die es geil finden, auf kleine Menschen rumzudrücken. Ich hatte Glück, die niederländische Erica war sehr nett!

Nach und nach wird sich also e.e.m. durchsetzen und nicht nur ich, sondern auch die meisten meiner KundInnen haben sich längst daran gewöhnt. Viele wissen schon, dass meine geliebte Großmutter Erika hieß und ich den Laden nach ihr benannt habe. e.e.m. bedeutet Erika Emma Minna – die drei Vornamen von Oma. Sie bleibt also im Unternehmen und das ist für mich das Wichtigste. Alles andere wird sich fügen. Wie immer.

Allgemein, Naturkosmetik

Was macht mich als Expertin besonders?

Ich bin mit Punk sozialisiert worden. Die Mischung aus Obsession zur Musik, Auflehnung gegenüber Ungerechtigkeiten und vor allem der DIY-Gedanken haben mich immer fasziniert. Am Anfang meiner 20er habe ich mit dem Schreiben für Fanzines begonnen und weil mir damals die Frauenquote in diesem Genre zu niedrig erschien, habe ich einfach ein Eigenes gemacht. Ich war grad aus einer missglückten Lebenssituation für eine Weile zurück in das heimische Elternnest gezogen und hatte auf dem Dorf viel Zeit. So habe ich drei Ausgaben des „Inkognito“ innerhalb kürzester Zeit geschrieben, zusammengeschnipselt, kopiert, getackert und für eine Mark verkauft. Ich glaube nicht, dass heute noch eins davon existiert.

Dieses DIY-Ding zieht sich soweit durch mein ganzes Leben – wenn ich mich für irgend etwas besonders interessiere, dann eigne ich mir das Wissen dazu selbstständig an. Als ich vor neun Jahren schwanger wurde, liefen mir das erste Mal Haarseifen über den Weg. Damals konnte man noch nicht so einfach auf Hintergrundwissen zugreifen und so habe ich mich durch Foren gelesen und viele Fragen gestellt. Vor allem ein großes Forum (ich werde aus Gründen von Loyalität keinen Namen erwähnen) fand ich richtig ätzend. Es waren fast ausschließlich Hardcore-ExpertInnen dort unterwegs, die Dich behandelten, als seist Du der Dreck unter ihren Fingernägeln. Auf so ein Verhalten hatte ich keine Lust.

Mit den Jahren perfektionierte ich durch Trial and Error meine Seifenroutine und ja, ich weiß, es geht nur ums Haarewaschen, aber es ist eben auch eine gute Methode, seinen Schopf gesund und kraftvoll zu züchten. Und um das zu schaffen, braucht es Wissen. Und das habe ich. Punkt.

Ich beschäftige mich also seit neun Jahren mit Naturkosmetik, mit Wirkstoffen, Ölen und eben Seifen. Als ich den Laden vor knapp 5 Jahren eröffnete, hatte ich die Vision, einen Ort zu schaffen, wo sich jedeR willkommen und gut aufgehoben fühlt. Es gibt kein von oben herab, kein „Was? Das weißt Du nicht?“ und keine Abfertigungen. Wenn Du mit einer Frage kommst, werde ich sie beantworten, sodass Du, wenn Du den Laden wieder verlässt, schlauer bist als zuvor. Natürlich weiß ich längst nicht alles, darum wirst Du mich auch mal recherchieren sehen, wenn ich überfragt bin. Ich gebe Dir gerne mein Wissen weiter, weil ich will, dass Du glücklich bist mit dem, was Du (bei mir) kaufst. Und ich schicke Dich auch nach Hause, ohne, dass Du etwas gekauft hast. Nämlich dann, wenn ich glaube, dass Du es nicht brauchst. Das macht es besonders. Ich freue mich, wenn Du kommst!

Allgemein, Persönliches

Warum ich wieder in den Alltag zurückgehe.

Knapp acht Wochen sind viele von uns nun schon gelähmt. Einige haben einen steifen Nacken vom vielen Kopfschütteln. Mein Körper hat sich für einen erneuten Bandscheibenvorfall entschieden, auch clever. Da ich seit meinen Zwanzigern schon weiß, dass körperliche Reaktionen eng in Verbindung mit psychischen Störungen stehen, war das für mich der Hinweis, jetzt wieder Normalität in meinen Alltag zu bringen, auch wenn sich das paradox anhört. Und möglicherweise sogar egoistisch.

  • Alltag schafft einen klaren Kopf. Was passiert, wenn ich den ganzen Tag vor der Kiste sitze und den Newsticker refreshe? Ich tauche mit Haut und Haaren ins Geschehen ein und lasse keine anderen Gedanken mehr zu. Ich habe aber ein kleines Kind, einen Ehemann, Freunde, Familie und ein Unternehmen. Um all das will ich mich auch kümmern.
  • Es bringt niemandem etwas, wenn ich Zombimäßig durch die Welt laufe und nicht mehr weiß, was direkt neben mir geschieht. Meine Augenringe gehen unterdessen bis zu den Knien, nicht mal Concealer hält sie mehr auf. Ich agiere viel sinnvoller, wenn ich ausgeruht bin und nicht die ganze Zeit Grütze rede.
  • Ich kann besser in die Zukunft sehen, wenn ich das „große Ganze“ überblicke. Mein Business, meine freie Zeit und das Weltgeschehen dürfen nebeneinander existieren.

Es wird also wieder alltägliche Inhalte von mir geben, die nichts mit unseren ukrainischen und russischen Freunden zu tun haben. Ich werde morgens und abends Nachrichten konsumieren und nicht mehr den ganzen Tag. Meine Soli-Aktion bleibt weiterhin bestehen. Ich konnte schon 700 Euro an Vostok SOS spenden und es soll noch viel mehr werden.

Im Folgenden noch eine Liste von Informationsquellen meiner Wahl:

Xena berichtet täglich mehrmals live aus dem Westen der Ukraine. Ihr Wissen ist unerschöpflich und ihr Humor göttlich. Ich verfolge sie hauptsächlich auf TikTok oder Twitter.

Kristina sitzt mit ihrer Familie in Kiew fest und erzählt von ihrem Alltag. Morgens schaue ich immer als erstes, wie es ihr geht.

Valeria ist unterdessen nach Italien geflüchtet, aber auch sie hat direkt aus Kiew gesendet und jeden Tag kleine Videos gemacht, bei denen einem die Kinnlade runtergekippt ist.

Das Katapult-Magazin sitzt in Greifswald und berichtet jeden Tag kurz und knapp und ohne Bilder. Ich habe die Printausgabe abonniert, aber auch den Kanal auf Instagram.

Für mehr Infos und Hintergründe lese ich die Zeit.

Allgemein, Persönliches

Warum ich trotz schlechter Haut einen Laden für Naturkosmetik habe

Ich bekomme hin und wieder mal die Frage gestellt, wie es sein kann, dass ich einen Laden für Naturkosmetik und trotzdem so schlechte Haut habe. Oder warum ich blaue Haare habe, tätowiert und gepierct bin und ständig dreckige Witze mache. Das passt doch nicht zusammen!

Anfangs hat mich das verletzt, weil ich es so übergriffig fand, dass ich auf offensichtliche Unzulänglichkeiten in meinem Gesicht angesprochen werde. Ich finde es noch immer übergriffig, aber ich scheiße unterdessen drauf, was Menschen über mich denken, die mir charakterlich so sehr fern sind. 

Meine Haut ist schlecht, weil ich täglich Antidepressiva nehme. Bevor ich vor 13 Jahren mit der Einnahme begonnen habe, war meine Haut makellos. Jetzt ist sie teilweise wirklich schlimm, dafür habe ich aber nicht mehr alle paar Tage den Wunsch, aus dem Fenster zu springen. Was ist besser?

Meine Haut ist unfassbar trocken. Besonders im Winter ist das oft so extrem, dass keine Pflege es in den Griff bekommt. Ich erwarte dann in der Regel vorfreudig den Frühling, dann beruhigt sich das.

Ich bin 42 Jahre alt. Ich habe Falten. So ist das nun mal, die bekommt jedeR. Auch der Hals beginnt zu hängen. Herzlichen Glückwunsch. Kann man nicht ändern. Wenn mich das irgendwann stören sollte, werde ich über plastische Chirurgie nachdenken. 

Es ist mir egal, was fremde Menschen über mich denken, das bedeutet mir nichts, das trifft mich auch nicht (mehr). Wichtig ist, wie ich mich fühle. Ich werde immer das tun, was sich für mich richtig und gut anfühlt. 

Ausblick auf den Seifentisch
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Ausblick statt Rückblick

Eigentlich käme an dieser Stelle ein Monatsrückblick, da der Monat aber größtenteils Scheiße war und ich nicht so gerne auf beschissene Dinge zurückblicke, schaue ich lieber, was im März passieren könnte. Ich weiß, auch das sind nicht die besten Aussichten, aber versuchen wir, optimistisch zu bleiben.

Soli-Seife

Es herrscht Krieg zwischen Russland und der Ukraine (schon seit 2014, aber nun ist es eskaliert) und weil ich mich nicht so hilflos fühlen möchte, haben meine Schülerpraktikantin Ure und ich eine Seife mit „Fuck War“ bestempelt  und verkaufen sie zu einem Soli-Preis, der zu 100% an Vostok SOS geht. Ich hoffe, es kommt ordentlich was zusammen.

https://eem-naturkosmetik.de/products/soli-seife-fuck-war

Umzug

Eigentlich wollte ich mit dem Laden längst umgezogen sein. Wir erinnern uns: ich bin mit meinem Unternehmen seit nicht ganz 5 Jahren in Neukölln. Seit der Pandemie hat sich das Einkaufsverhalten meiner KundInnen stark verändert – es kommen längst nicht mehr so viele Menschen wie vorher und der Laden fungiert im Augenblick quasi nur noch als Showroom.  Das frustriert mich schon eine ganze Weile und deswegen will ich an diesem Zustand etwas ändern. Ende letzten Jahres sah es für mein Vorhaben relativ gut aus, jetzt allerdings nicht mehr. Es sind kaum noch coole Flächen zu finden und wenn doch, sind die Mietpreise so hoch, dass ich regelmäßig hinten überkippe. Trotzdem – ich gebe nicht auf, sondern suche weiter. Mein Wort des Jahres 2022 lautet immer noch „reinhauen“ und das setze ich auch um. Den Radius habe ich jetzt ausgeweitet und fühle auch mal in angrenzende Stadtgebiete vor. Wollen wir schauen, wohin es mich verschlägt. 

Seuche in da house

Es ist passiert, pünktlich zum März habe ich mir Corona eingefangen. Geil! Glücklicherweise merke ich das nur auf dem Teststreifen und nicht körperlich. Aber Zuhause bleiben muss ich halt trotzdem. Was für mich die letzten zwei Jahre eine Horrorvorstellung war, ist jetzt Wirklichkeit und so richtig schlimm finde ich es garnicht. Zum Beispiel kann ich diesen Text hier ganz in Ruhe am Nachmittag schreiben und muss dafür nicht um 5 Uhr morgens aufstehen. 😉

Ein schönes Angebot

Ich möchte in diesem Monat ganz besonderes Augenmerk auf mein Angebot legen, welches seit einem Jahr jetzt schon läuft, das ich aber immer etwas Stiefmütterlich behandelt habe. Dabei geht es um personalisierte Seifen für UnternehmerInnen, die gerne nachhaltig werben möchten und um Seifen für Hochzeiten, Taufen, Feiern im Allgemeinen und für HändlerInnen zum Weiterverkauf. Diesen Monat packe ich das Glück bei den Eiern! 

Ich schätze, das sind erstmal genug Aufgaben für einen Monat. Schreibe mir gerne, wenn Du Dich für mein Angebot interessierst. Und natürlich auch so. Ich freue mich immer über persönliche Post.

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Mein Wort für 2022

Mein Wort des Jahres 2022 ist „reinhauen“. Es ist mir einfach aus dem Herzen direkt auf meine Zunge gefallen. 

Das letzte Jahr war träge und gefüllt mit Scheiß. 2022 wird besser, das spüre ich. Das muss auch so sein.

In diesem Jahr stehen mehrere Veränderungen ins Haus. 

Alles beginnt mit dem Rebranding – Erica ist jetzt eem. Ich hatte glücklicherweise nicht den Druck, alles zum Stichtag zu verändern. Offiziell ist es durch, aber es werden immer noch Produkte und Aufkleber mit dem alten Namen auftauchen, bis alles aufgebraucht ist.

Direkt Anfang der Woche habe ich mit der Ladensuche begonnen. Im Dezember hatte ich mir ein Objekt angesehen, dass mir supergut gefallen hat, aber leider war jemand anderes schneller als ich. Nun weite ich die Suche auch auf den angrenzenden Stadtbezirk Alt-Treptow aus. Für mich ist das total aufregend und ich freue mich total, zumal ich null Druck habe und wirklich suchen kann, bis mir die perfekte neue Behausung über den Weg läuft.

Nebenher arbeite ich auf Hochtouren an meinem Internetauftritt. Ich dünne ordentlich aus, mache schöne neue Produktbilder, lerne, was es mit dem ominösen Begriff SEO auf sich hat und kümmere mich auch um die Entwicklung des Blogs. Das ist alles recht neu für mich und äußerst aufregend.

Mitte/Ende des Monates geht es mit der neuen Brand okee weiter Richtung Start. Eigentlich wollten wir schon Ende letzten Jahres launchen, aber dann kamen verschiedene Dinge dazwischen und letztendlich entschieden meine Freundin und Geschäftspartnerin Maria und ich, alles ein wenig in die Zukunft zu schieben. Die Zukunft findet demnächst statt.

Wenn wieder Dezember ist, was, so zeigt die Erfahrung der letzten beiden Jahre, in gefühlt weniger als zwei Monaten der Fall sein wird, werde ich an meinem Schreibtisch sitzen und einen Blogartikel verfassen, der wohlwollend auf das bald endende Jahr 2022 zurückschaut. 

Der neue Laden wird die perfekte Größe haben, um ausreichend zu produzieren, ich werde mindestens eine feste Mitarbeiterin haben, die StammkundInnen werden sich an die neue Umgebung gewöhnt haben und okee wird um viele Produkte reicher sein. 

Ich freue mich auf das Jahr. 

Foto: Kareen Kittelmann
Ausblick vom Seifentisch
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Jahresrückblick

Mein Jahresrückblick 2021

Das Jahr war fast von vorne bis hinten zäh. Es gab von Beginn an keine guten Aussichten und es sollte sich bewahrheiten. Fast allen Menschen in meinem Umfeld ging es so. Aber ich wäre nicht ich, wenn ich aus dem größten Scheißhaufen nicht noch was positives herausholen würde. 

Corona – alles hat ein Ende?

Das Jahr beginnt, wie das alte geendet hat.

Hätte man mir Anfang 2020 gesagt, wir würden bald in einer weltweiten Pandemie feststecken, ich hätte es nicht geglaubt. Nun stecken wir schon seit knapp zwei Jahren und alles sind müde und wütend oder beides gleichzeitig. Die Maßnahmen schaden gerade den kleineren Läden enorm, aber natürlich auch für Veranstalter und Gastro ist dieses Virus ein Furunkel am Arsch der Hölle. Es ist wirklich schrecklich frustrierend mitanzusehen, wie das mit den eigenen Händen aufgebaute Unternehmen den Bach runtergeht. Irgendwann kam der Punkt, da musste ich handeln. Dazu später mehr.

Im Laden hängt ein Foto meiner Oma Erika, auf dem sie Anfang 20 ist. Ich wünsche ihr immer einen guten Morgen, wenn ich die Jalousie hochziehe.
Oma Erika und ich. Foto: Silvie Bonne

Support your local – jetzt erst recht

Mehr als jemals zuvor gehören kleine Unternehmen unterstützt.

Kleine Unternehmen sind die bunten Streusel auf unserem Vanilleeis. Durch sie wird das Stadtbild (oder der Online-Marketplace) divers und leidenschaftlich. Inhabergeführte Geschäfte haben zumeist auch einen nachhaltigen Hintergrund, weil die BesitzerInnen in den meisten Fällen keine Waren aus China importieren, sondern Wert auf fair trade und Qualität legen. In einem kleinen Geschäft bekommst Du eine tolle Beratung und Produkte, die Du lieben wirst.Ein kleines Geschäft zu besitzen bedeutet aber auch: hohe Mieten zu stemmen, die meisten Tätigkeitsfelder alleine auszuführen (Buchhaltung, Marketing, Warenbeschaffung, Onlineshoppflege etc.), bis man sich soweit etabliert hat, dass man coole Menschen einstellen kann. In Zeiten von Corona ist es – mir fällt kein anderes Wort ein – beschissen, LadeninhaberIn zu sein. Die meisten mussten während der Lockdowns schließen. Viele hatten vorher keine Onlineshops und damit überhaupt kein Einkommen mehr. Die Mieten mussten natürlich weiterhin bezahlt werden und die staatlichen Hilfen kamen oft viel zu spät. Ich habe in diesem Jahr leider viele Schließungen erlebt. Gerade in dieser Zeit ist es wichtig, seinen Kram nicht bei den großen Onlinehändlern zu kaufen, sondern die Kleinen zu unterstützen, damit auch in Zukunft das bunte Stadtbild erhalten bleibt. 

NoPoo – alte Haare, neues Glück

Wie ich in einem Selbstversuch meine Haarroutine auf den Kopf stelle.

Ich arbeite schon länger mit den Ladies von Haarweisheiten zusammen, denn ich mache für ihr NoPoo-Bundle das Bürstenshampoo. Ich kämpfe mit meiner Haarstruktur seitdem ich herausgefunden habe, dass ich eine Naturwelle habe und wusste nie, wie ich die Mähne pflegen soll. Also habe ich im Januar den Onlinekurs gemacht und einfach mal angefangen. Anfangen bedeutet, jeden Morgen die Haare erstmal zu entwirren und dann vom Ansatz bis in die Spitzen mit einer Naturborste zu bürsten. Damit erreicht man, dass der Talg von der Kopfhaut in die Spitzen befördert wird, wo er schaltet und waltet, indem er Haare pflegt. Von der Kopfhaut ist er verschwunden – a miracle wonder. Da ich meine Haare regelmäßig aufhelle und töne, kommt ein totaler Verzicht von Shampoo für mich nicht infrage, aber nicht mehr alle paar Tage zu waschen, klang für mich schon nach totaler Erleichterung, zumal ich am Anfang des Jahres noch sehr lange Haare hatte. Unterdessen sind sie ein gutes Stück kürzer und ich bin auch 12 Monate später noch dabei. Ich wasche die Kopfhaut etwa alle drei bis vier Wochen, was daran liegt, dass sie zyklusbedingt extrem fettet und ich dem nicht Herr werde, indem ich nur mit Wasser spüle. Ich nutze diese Tatsache dann jeden zweiten Monat aus, um sie gleich nachzublondieren und zu tönen. Man muss keinen Taschenrechner zücken, um herauszufinden, dass ich mir in diesem Jahr den Kopf etwa 15 mal gewaschen habe – ist das nicht völlig verrückt? Die Längen sind schön weich und gesättigt und die Kopfhaut fettet, wie gesagt, nur einmal im Monat kräftig, sonst garnicht. Ich würde sagen, dieses Experiment hat sich gelohnt und ich trage diese Routine mit rüber in 2022. 

NoPoo bedeutet, dass man die Haare mit dem Körpereigenen Talg pflegt und der Kopfhaut beibringt, nur soviel Fett wie nötig zu produzieren. Auf dem Bild sind Bürsten mit Naturborsten, die man für diese Methode braucht.
Haarbürsten mit Naturborsten

No Dogma

Auf zu neuen Wegen ohne Einwegplastik, aber bitte ohne Dogma.

Ich höre das immer wieder: wie kann es sein, dass Du Naturkosmetik vertreibst und dennoch tätowiert bist und blaue Haare hast? Ich versuche in solchen Momenten immer, nicht die Augen zu rollen, denn wenn die Frage höflich gestellt wird, ist sie ja durchaus legitim. Dogmatismus hat in meinem Leben keinen Platz. Ich bin der Meinung, es können Gegensätze nebeneinander gut existieren. Ja stimmt, ich töne meine Haare mit Directions und diese Farbe pule ich aus einem Plastikdöschen. Und ja, ich hole mir manchmal nen Bubbletea in einem Plastikbecher. Diese Liste kann ich lange weiterspinnen.Ich trage aber trotzdem meinen Teil dazu bei, die Welt lebenswerter zu gestalten. Zum Beispiel mit Erica. Ich entwickle feste Kosmetik, die bezahlbar und gut ist, ich stelle für Unternehmen Seifen zu Marketingzwecken her, ich kläre auf, ich lebe auch vor. Und wenn dann mal Plastikmüll bei mir anfällt, ist das eben auch in Ordnung. Solange ich ihn sachgemäß entsorge und nicht einfach in die Spree werfe.

Ich sehe nicht so aus, wie Mensch eine Unternehmerin erwartet, die Naturkosmetik herstellt und vertreibt. Ich bin tätowiert, gepierct und habe blaue Haare. Aber: ich mag kein Dogma.
Foto: Josephine Neubert Fotografie

Preise transparent kalkulieren

Eine Preissteigerung war nötig.

Ich habe von Beginn an versucht, meine Preise so niedrig zu kalkulieren, wie es ging, sodass ich am Ende kaum was daran verdient habe. Das hatte vorrangig den Grund, dass ich alle irgendwie ins Boot holen wollte. Die Studentin, die Schülerin, die ohne Arbeit, die mit Arbeit, die Mama (ich spreche hier übrigens in der weiblichen Person, weil größtenteils Frauen in den Laden kommen), etc. Am Anfang des Jahres musste ich entscheiden, dass sich die Preise erhöhen müssen, wenn ich langfristig mit Erica selbstständig sein möchte. Das fiel mir richtig schwer, denn ich hatte Angst, dass ich Menschen zurücklassen müsste. Letztendlich war das allerdings auch eine wichtige unternehmerische Entscheidung und ein Teil meines Lernprozesses. Ich kann nicht für alle sorgen, sondern muss mich auf einen Teil konzentrieren. Außerdem half mir (und sicherlich auch den Menschen, die durch meine Preiserhöhung nicht mehr kamen), dass die Drogerien, was plastikfreie Kosmetik angeht, unterdessen auch ziemlich gut aufgestellt sind.

Das ist der Blick von außen auf Erica an einem der jährlich stattfindenden Shop Local Days.
Erica in der Außenansicht.

Mein neues Angebot

Personalisierte Seifen für UnternehmerInnen.

Seitdem ich meinen Laden habe, also seit über 4 Jahren, habe ich Kulis angesammelt, die mir unaufgefordert in den Briefkasten geflattert sind. Kulis mit Firmennamen, mit Firmenlogo, mit Website-Adresse, Kulis bis zum Abwinken. Das hat mich so sehr genervt. Ich habe Kulis, ich brauche keine weiteren, herzlichen Dank. Aus diesem Gefühl heraus entstand die Idee, personalisierte Seifen für Unternehmen mit ins Portfolio aufzunehmen. Das Firmenlogo wird auf ein Stück Seife gestempelt und dann zu Werbezwecken verschenkt. Auf Messen, zu Weihnachten, Firmenjubiläum etc.Unterdessen habe ich Seifen für Hochzeiten, Hotels, für eine Autorin zur Buchpremiere, für HändlerInnen zum Weiterverkauf gemacht und für das eigentliche Vorhaben – für Unternehmen zu Marketingzwecken. Ich finde es schön, wie sich alles entwickelt. Oft ohne, dass ich vorher überhaupt in eine solche Richtung gedacht hatte. Im nächsten Jahr möchte ich diesen Vertriebsweg noch weiter ausbauen. Einfach auch, weil es richtig viel Spaß macht.

Auf die Unternehmensseife stemple ich ein individuelles Firmenlogo. In diesem Fall heißt das Unternehmen Opentalk, die Seifen wurden auf einer Messe verteilt und haben hoffentlich einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
So könnte Deine Unternehmensseife aussehen.

Mastermind

Wie ich mit einer Gruppe von Unternehmerinnen mein Business auf neue Beine stelle. 

Eine treue Kundin von Erica, die unterdessen zur Freundin geworden ist, arbeitet selbstständig als Vertriebsberaterin und hat zusammen mit einer anderen coolen Frau, eine Businesscoachin, eine Mastermind gegründet.Was ist eine Mastermind? Wenn ich es in meinen Worten umschreiben darf, ist das ein Zusammenschluss von UnternehmerInnen, die im Grunde alle ein Thema haben, nämlich ihr Business. Im Falle von Smash it wird diese Gruppe von Gretel und Laura zu ihren individuellen Themen regelmäßig gecoacht, befindet sich aber gleichzeitig im regen Austausch mit allen Mitgliedern.  Seit dem Frühjahr bin ich nun also in dieser Gruppe und schwöre – ich wäre niemals an diesem Punkt in meinem Business, wenn ich mich entschieden hätte, alleine weiterzugehen. Meine Bubble wurde eingepiekst und 16 Businessladies schauen regelmäßig von außen auf mein Unternehmen. Wieviel Gold das wert ist, kann ich nicht in Worte fassen. Ich habe Dinge umgesetzt, auf die ich nie im Leben gekommen wäre und habe einen ganz anderen Blick auf den Wert meiner Arbeit entwickelt. Dies hier ist eine Liebeserklärung an Smash it. <3

Meine Mastermind-Gruppe am VIP-Tag in Berlin. Fast alle haben sich an diesem Tag das erste Mal gesehen.
Die tollen Ladies aus meiner Mastermind. Foto: Kareen Kittelmann

Einbruch, Wasserschaden, klemmende Türen

Wie das Karma im Laden immer mehr in den Keller geht.

Im Frühjahr war es soweit – all meine Horrorszenarien, die sich immer nur in meinem Hirn abgespielt hatten, wurden Wirklichkeit. Ich kam morgens in den Laden und stellte fest: hier wurde wohl eingebrochen. Der oder die Täter (ich tippe auf ersteres) hatte sich Zugang über das Küchenfenster verschafft und munter alles aus dem Regal genommen, was in irgend einer Weise originalverpackt war, hatte sich dann zwei große Tragetaschen aus meiner Werkstatt gemopst und war frohen Mutes einfach durch die Vordertür herausmarschiert. Der bürokratische Rattenschwanz hinterher war ätzend und ich habe mir sofort eine Überwachungskamera zugelegt. Was aber am schwersten wog, war das ekelhafte Gefühl, dass jemand in meinen geliebten Laden eingedrungen ist und ihn mit seinen oder ihren schmutzigen Griffeln entweiht hat. Wenig später gab es in Berlin einen monströsen Regentag, der den Balkon über Erica geflutet und dann das Wasser hat in meinen Verkaufsraum fließen lassen. Wasser und Seife passt in der Dusche super zusammen, jedoch nicht in einem Ladengeschäft, Herrgott nochmal! Auch hier war der versicherungstechnische Aufwand enorm und noch heute ist meine Decke von gelben Flecken überzogen. Diese beiden Dinge und noch viele, viele kleinere haben das Karma im Laden einfach zerstört. Was ich dagegen tue, erfährst Du demnächst (wenn Du weiterliest).

Am Tag, als das Wasser aus der Wohnung über mir in meinen Laden kam, haben aufgestellte Töpfe und Eimer nicht mehr gereicht. Es musste ein Nasssauger her.
Das Wasser kommt einfach von überall. Der Wurmstichige Holzboden findet’s nicht geil.

Dänemark – ein Sommerurlaub, der Träume freisetzt

Keine Ahnung, wie ich all die Jahre nicht merken konnte, wie sehr mir das Meer fehlt. 

Ich komme ursprünglich aus Mecklenburg-Vorpommern, bin also in der Nähe des Meeres aufgewachsen. Mit 16 bin ich nach Freiburg gezogen, in die Berge. Ich habe nie eine wirkliche Verbundenheit gespürt, weder mit dem einen, noch mit dem anderen Naturphänomen. Aber wenn ich reflektiere, stelle ich fest, dass es mich eigentlich immer eher in Richtung Meer gezogen hat. Als ich mit Anfang 20 nach Berlin ging, hatte ich nichts mehr von beiden.In diesem Sommer wollte ich gerne mit meiner Familie verreisen. Da ich meinen Vater auch nicht mit der Hilfe von nem Elefanten in ein Flugzeug gesetzt bekomme, musste ein Ort her, den man mit dem Auto erreichen konnte. Die Wahl fiel auf Dänemark. Vorher wäre ich niemals auf die Idee gekommen, in ein skandinavisches Land zu reisen, weil es mir nicht warm genug ist, aber in diesen Zeiten muss man nehmen, was sich bietet.Die Westküste hat mich sofort total geflasht. Das Raue, der Wind, die entspannten Menschen. Die Häuser dort mit in den Dünen. Es war so, so schön. Keiner von uns hatte mehr Befindlichkeiten, alle waren glücklich.Ich brauche das Meer, das weiß ich jetzt und ich werde so oft es geht, dahin zurückkehren.

Die Nordsee an der Westküste Dänemarks ist so kraftvoll und rau. Man spürt die Stärke des Meers in jeder Sekunde.
An der Westküste weht ein rauer Wind.

Die Entscheidung: es wird umgezogen

So geht es nicht weiter. Wenn niemand mehr in den Laden kommt, muss ein neues Konzept her. 

Wenn irgendwas nicht mehr funktioniert, muss es geändert werden, ansonsten geht es den Bach runter. Soviel steht fest. Mitte des Jahres musste ich die Entscheidung treffen, dass es so, wie es ist, nicht mehr weitergehen kann. Es kommen nur noch wenige Menschen in den Laden, die meisten bestellen online. Der Inhabergeführte Einzelhandel ist seit Corona einfach nicht mehr interessant genug. Das Einkaufsverhalten hat sich verändert, die Angst, sich anzustecken ist zu groß. Mir geht es nicht anders. Ich mag nicht mehr stöbern gehen, sondern klicke mich lieber online in Ruhe durch die Produkte und hole die Sachen dann ggf. ab. Oder lasse sie mir schicken. Was sich aber nach wie vor entwickelt, ist das Umweltbewusstsein in den Köpfen der Menschen. Mein Angebot mit den personalisierten Seifen wurde gut aufgenommen und will ausgebaut werden. Die Idee, meine Verkaufsfläche zu verkleinern und dafür die Produktionsfläche zu vergrößern, ist manifestiert und wird 2022 umgesetzt. Alles wird sich verändern und das ist schön und aufregend und wird sicherlich toll.

Meine Freundin Josephine Neubert versteht es wie keine andere, meine Persönlichkeit auf Bildern einzufangen. Wenn ich in meinem Laden stehe, bin ich meistens glücklich, das kommt sehr deutlich rüber.
Am Seifentisch ist mir immer zum Lachen. Foto: Josephine Neubert

Das Weihnachtsgeschäft

Vorbereitung unzähliger Seifen, Freisetzung ungeahnter Kräfte. 2 G, Coronagenervtheit. 

Die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, dass zu Weihnachten immer mehr Seifen verschenkt werden, weshalb wir am Schluss immer zu wenig hatten. Am letzten Tag vor Weihnachten war der Seifentisch stets so leergefegt, als wäre man mit dem Laubbläser drüber gegangen. Das wollte ich unbedingt in diesem Jahr vermeiden.Also haben meine Mutter und ich produziert, wie die Wahnsinnigen. Ich habe wochenlang jeden Tag mindestens sechs 3 Kilo-Blöcke Seifen gemacht und nun zeichnet sich ab, dass das eine sehr weise Entscheidung war. Jeden Tag stapeln sich Seifenberge auf meinem Verkaufstresen. Es ist unfassbar toll!Dazu gesellt sich eine andere Stimmung als die letzten Jahre. Alle sind zusehends genervt, frustriert und verwirrt. Muss man nun seinen Impfausweis zeigen, wenn man den Laden betritt (nein, Erica gilt als Drogerie), darf man umgeimpft rein (ja), wieviele dürfen gleichzeitig im Laden sein (5) und so weiter. Eine besinnliche Stimmung kommt wahrscheinlich bei den Wenigsten auf und ich wünsche mir vom Weihnachtsmann, dass Corona im nächsten Jahr keine so große Rolle mehr spielt.

In meiner Werkstatt tüftle ich an neuen Rezepten, probiere neue Duftmischungen aus und experimentiere mit neuen Rohstoffen.
In der Werkstatt. Foto: Josephine Neubert Fotografie

Alles wird gut

Ich bleibe positiv. 

Trotz allem bleibe ich zuversichtlich. Mit dem neuen Konzept, einem anderen Standort, einer neuen Firma, die ich mit meiner Freundin Maria Anfang des Jahres schon gegründet habe und die nun endlich starten wird, habe ich genug tolle Aussichten auf 2022. Weiter erhalten bleibt Smash it und natürlich meine Familie, die Plattform, auf die alles andere aufbaut. Meine Träume, meine Ziele und meine Energie. Ich liebe alles an meiner Arbeit und freue mich auf neue Herausforderungen. 

Ein albernen Foto mit Seife anstelle von Augen. Check.
Albern kann ich. Foto: Josephine Neubert Fotografie

Was wartet 2022 auf mich?

  • ein neuer Laden Gleich im Januar begebe ich mich auf die Suche. Der Laden soll eine große Werkstatt, ein Büro und einen kleinen Verkaufsraum haben. Das sind meine drei Voraussetzungen.
  • ein neues Konzept Nach und nach werde ich mein Sortiment ausdünnen und nur noch Artikel behalten, hinter denen ich tausendprozentig stehe und die sich für mich und mein Unternehmen rechnen.
  • eine neue Brand Meine Freundin Maria und ich werden erste Produkte unserer neuen Brand launchen und die Marke okee etablieren.

Mein Wort für 2022 lautet: Reinhauen! Ich haue richtig rein und habe so Bock, mein Unternehmen auf ein neues, stabileres Fundament zu stellen. Ich würde mich freuen, wenn Du dabei wärst.  ❤️